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Don Gabriel de la Cueva, Herzog von Alburquerque, spanischer Gouverneur von Mailand

Ident. Nr.: 79.1

ObjID: obj:866839

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Giambattista Moroni (1520 - 1578),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1560
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Don Gabriel de la Cueva, Herzog von Alburquerque, spanischer Gouverneur von Mailand
Translation: Don Gabriel de la Cueva, Duke of Alburquerque, Spanish governor of Milan
Geographical references
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 114,8 x 90,8 cm
Acquisition
1979 Ankauf von Thomas Agnew & Sons Ltd, London

Object Description

Nach Lehrjahren bei Moretto in Brescia wirkte Moroni von 1554 bis zu seinem Tode in seiner Heimatstadt Bergamo. Nach Tizian und Lorenzo Lotto war er wohl der bedeutendste und eigenwilligste Porträtmaler des 16. Jahrhunderts in Oberitalien. Während etwa Tintoretto in seinen zahlreichen offiziellen Porträts die distanzierende, objektivierende Porträtauffassung Tizians fortführte, entwickelte Moroni einen Porträtstil von eindringlichem Realismus, der auf die lebendige, natürliche Erfassung der Einzelpersönlichkeit abzielte – darin dem Vorbild des ebenfalls in Bergamo tätig gewesenen Lorenzo Lotto folgend, aber ohne dessen zergrübelt pessimistische Grundstimmung. Bergamo gehörte politisch zur Republik Venedig und war ein gefährdeter und daher befestigter Vorposten in unmittelbarer Nähe Mailands, das 1559 (Frieden von Cateau- Cambrésis) endgültig unter spanische Oberherrschaft kam. Kulturell gehörte Bergamo allerdings mehr zur Lombardei. Die deutlichste Manifestation der spanischen Präsenz in Bergamo, soweit sie sich in der Porträtkunst Moronis niederschlägt, ist das Porträt des Spaniers Don Gabriel de la Cueva y Girón (1525-1571), der 1563, nach dem Tod seines älteren Bruders (des 4. Herzogs von Alburquerque), 5. Herzog und 1564 Gouverneur und Oberkommandierender von Mailand wurde, eine Position, die er bis zu seinem frühen Tod (durch Gift?) 1571 im Alter von 46 Jahren innehatte. Er vertrat in Mailand die königliche Zivilgerichtsbarkeit gegenüber der Stadtverwaltung (dem Senat) und der Kurie, mit deren neuem mächtigen Erzbischof Carlo Borromeo (von ihm 1565 ins Amt eingeführt) er ein gespanntes Verhältnis hatte, da er den Vorrang der Zivilherrschaft durch die Kirche bedroht sah. Moronis Porträt des Gouverneurs ist 1560 datiert, ein Jahr nach dem Frieden von Cateau-Cambrésis. Damals war Don Gabriel de la Cueva, Conde des Ledesma y de Huelma, 1. Marqués de Cuellar und spanischer Grande erster Klasse, 35 Jahre alt und gerade, wie vorher sein Vater, Vizekönig, Statthalter und Capitán General des Königreichs Navarra geworden. Der Dargestellte war, wenn man von den in ganzfigurigen Porträts dargestellten Lodovico und Gian Federico Madruzzo, den Nepoten des Fürstbischofs von Trient, absieht, bei weitem die ranghöchste Persönlichkeit, die Moroni je gemalt hat: in seinem formal strengsten Porträt, in dem er nicht nur in Pose und Tracht den Porträts vom Hofe Philipps II. folgte (Tizian, Anthonis Mor), sondern auch in dem Ausdruck des »sosiego«, der bewegungslosen Ruhe und kühlen Gelassenheit des spanischen Hofmannes. Die Gestalt ist gleichsam eingespannt in das Koordinatennetz der Horizontalen und Vertikalen der fast abstrakt wirkenden Gliederung des Hintergrunds, vor dessen kühlem Hellgrau das tiefe Schwarz, das leuchtende Hellrot und das Weiß seines Gewandes sich kontrastreich abheben. Den meterhohen Sockel, auf den der Herzog seine Hand aufstützt, benutzte Moroni, wie in mehreren anderen Porträts, um die Devise des Dargestellten anzubringen: »Hier stehe ich ohne Furcht, und der Tod schreckt mich nicht.« Die Todesverachtung, von der die Devise spricht, verbindet sich mit dem Ausdruck verschlossener, ja mißtrauischer Distanz, der von den Gesichtszügen ausgeht, und mit der Eiseskälte der hellblauen Augen, deren Blick am Betrachter vor beigeht. Erich Schleier | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

SIGNATUR / INSCHRIFT: rechts unten: M.D.LX. / Io: Bap. Moronus. P.
Auf dem Sockel die Devise: AQVI ESTO SIN TEMOR / Y DELA MVERTE / NO HE PAVOR
__________________________________________

After apprenticeship years with Moretto in Brescia, Moroni worked in his hometown Bergamo from 1554 until his death. After Titian and Lorenzo Lotto, he was probably the most important and idiosyncratic 16th-century portrait painter in Northern Italy. While Tintoretto, for example, in his numerous official portraits maintained Titian’s distanced, objectifying conception of portrayal, Moroni developed a portrait style of penetrating realism, which strove for the lifelike, naturalistic depiction of the individual’s personality – in this regard, following the model of Lorenzo Lotto, also active in Bergamo, albeit without the latter’s brooding, pessimistic undertone.

Politically, Bergamo belonged to the Republic of Venice, and was a threatened and hence fortified post in immediate proximity to Milan which ultimately fell under Spanish rule in 1559 (the Peace of Cateau-Cambrésis). Culturally, however, Bergamo was closer to Lombardy.

The most explicit manifestation in Moroni’s portraiture of the Spanish presence in Bergamo is the portrait of the Spaniard Don Gabriel de la Cueva y Girón (1525–71), who became the 5th Duke of Alburquerque in 1563 following the death of his elder brother (the 4th Duke), and in 1564, the Governor and Supreme Commander of Milan, a position he held until his early death (by poison?) in 1571 at the age of 46. In Milan, he advocated the royal civil jurisdiction above the municipal administration (the Senate) and the Curia, with whose new, powerful Archbishop Carlo Borromeo (appointed by the Curia in 1565) he had a tense relationship, perceiving the primacy of civil authority being undermined by the church.

Moroni’s portrait of the governor is dated 1560, one year after the Peace of Cateau-Cambrésis. At that time, Don Gabriel de la Cueva, Conde de Ledesma y de Huelma, 1st Marqués de Cuellar, and a Spanish Grandee first-class, was 35 years old and had just become, like his father before him, Viceroy, Governor, and Capitán General of the Kingdom of Navarra. Aside from full-length portraits of Lodovico and Gian Federico Madruzzo, the nephews of the Prince Bishop of Trento, the Duke was by far the highest-ranking personality Moroni had depicted up to that point. In this strictly formal image, he not only emulates the poses and costumes of portraits from the court of Philip II (Titian, Anthonis Mor), but also the expression of “sosiego”, the motionless calm and cool composure of the Spanish courtier. The figure is fixed in place, so to speak, within the grid of horizontals and verticals that structure the seemingly abstract background, against whose cool, pale grey the deep black, luminous pale red, and white of the sitter’s costume are set off in strong contrast. As in many other portraits, Moroni uses the tall base on which the Duke supports his hand in order to introduce the sitter’s motto: “Here I stand without fear; not even death can frighten me.” The defiance of death expressed here seems to coalesce with the reserved, even distrustful remoteness expressed by the Duke’s face, and with the icy cold of the pale blue eyes, their gaze gliding past the beholder. Erich Schleier | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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Rechts über dem Ufer der Waal erhebt sich die Stadt Nijmegen mit dem charakteristischen viereckigen Turm des Valkenhofs. Stadtansichten nehmen im OEuvre van Goyens einen breiten Raum ein, wobei der viel gereiste Künstler sich motivisch auf seine Skizzenbücher stützen konnte. Trotzdem erheben seine äußerst naturgetreu anmutenden Schilderungen keinen Anspruch auf topografische Exaktheit. Der Raum wird perspektivisch durch den diagonal in die Bildtiefe verlaufenden Fluss erschlossen, ein für Goyen typisches Konstruktionsprinzip. Zusammengehalten wird die Komposition durch die atmosphärische, auf Gelb-, Braun- und Grüntönen basierende Farbigkeit. Ebenso wird der Schilderung des Himmels große Aufmerksamkeit geschenkt.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. an der Fähre: vGOYEN 1649________________________________________________________________________________________________________________________________________The town of Nijmegen with the landmark square tower of the Valkenhof rises above the right bank of the Waal. Town views are a major theme in van Goyen’s work; he travelled a great deal, and was able to rely on his sketch-books for material. Nevertheless, though his pictures seem extremely lifelike, they make no claims to topographical precision. The space is opened up in terms of perspective by the river, which runs diagonally into the depths of the picture, a typical structural principle for van Goyen. The composition is held together by the atmospheric colouring, based on shades of yellow, brown and green. A great deal of attention is also paid to the presentation of the sky.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.