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Die Anbetung des mystischen Lammes / Kopie Genter Altar

Ident. Nr.: 524

ObjID: obj:867007

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Michiel Coxcie (1) (1499 - 1592),
Maler*in
Kopie nach: Jan van Eyck (um 1390/1400 - 1441),
Maler*in
Kopie nach: Hubert van Eyck (1366 - 18.9.1426),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1558
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Die Anbetung des mystischen Lammes / Kopie Genter Altar
Translation: The Worship of the Mystic Lamb (Copy of the Ghent Altarpiece)
Geographical references
Herstellungsort: Niederlande,
Land
Material / Technique
Eiche auf Tischlerplatte
Dimensions
Bildmaß: 133 x 236 cm
Acquisition
Ankauf 1823

Object Description

Michiel Coxcie aus Mecheln, der Hofmaler König Philipps II. von Spanien, war ein versierter, damals hoch geschätzter Künstler, der Italien bereist hatte und sich an der Malerei der Hochrenaissance orientierte, was ihm schon zu Lebzeiten die Bezeichnung „flämischer Raffael“ eintrug. Zugleich aber profilierte er sich als Kopist nach alten niederländischen Meistern im großen Format. Ende 1556 schloss er einen Vertrag ab, den berühmten Genter Altar der Brüder Hubert und Jan van Eyck, der 1432 vollendet worden war, für Philipp II. in originaler Größe zu kopieren. Im Januar des folgenden Jahres zoge er von Brüssel nach Gent; in der Kapelle, wo der Genter Altar stand, ließen ihm die Kanoniker auf eigene Kosten einen hölzernen Verschlag als Malstube errichten, denn das Retabel durfte nicht aus der Kirche entfernt werden. Als Coxcie am 31. Oktober 1558 zurück nach Brüssel zog, muss die Kopie fertig gewesen sein. Als Entlohnung erhielt der Maler, über seinen Lebensunterhalt für zwei Jahre hinaus, die ungeheure Summe von 2000 Dukaten – eindeutiges Zeugnis für die Zufriedenheit des Auftraggebers und für die hohe Wertschätzung von Kopien, die sich grundlegend von deren heutigem Stellenwert unterscheidet.
Die Kopie selbst wurde in der Kapelle des Königspalastes in Madrid aufgestellt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie aus Spanien geraubt und später in einzelne Tafeln zerlegt; diese sind heute auf die Museen in Brüssel, München und Berlin verstreut. Für die Berliner Sammlung wurden 1823 die untere und die obere Mitteltafel erworben, die als Ergänzung der originalen Flügel des Genter Altars dienen sollten; diese Flügel waren 1821 mit der Sammlung Solly für Berlin erworben worden.
Stephan Kemperdick

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. am Brunnen: MICHAEL DE COXIE ME FECIT•ANNO•[1558]
auf dem Antependium des Altars ECCE AGNVS DEI QVI TOLLIT PECCATA MVNDI & IHESVS VIA, VERITAS VITA

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Gemäldegalerie

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