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Anna Selbdritt

Ident. Nr.: 5898

ObjID: obj:868143

Details (expert)

Creator/Entity
Zuschreibung unsicher: Nikolaus Gerhaert von Leyden (1473),
Bildhauer*in
Date(s)
Datierung: um 1475
Systematics/Type
Material / Technique
Sandstein
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 65 x 60 x 25,8 cm
Gewicht: 116,5 kg

Object Description

Die Gruppe wurde von einem Schüler Niclaus Gerhaerts von Leyden geschaffen, von dem sich vermutlich auch der Bildgedanke herleitet, der noch 1511 bei Albrecht Dürer in einer Zeichnung und einem Holzschnitt wieder aufgegriffen ist: Anna nimmt ehrfürchtig das Christuskind in Empfang, das ihr vom Schoß der zu ihrer Seite sitzenden Maria aus entgegentritt. Sie erhält auf diese Weise eine Auszeichnung – als Mutter der Gottesgebärerin ist sie ebenfalls an dem Werk der Erlösung durch Christus beteiligt. Das sehr subtil gearbeitete Bildwerk, das sich vor seiner Erwerbung in Trimbach bei Weißenburg im Elsass befand, steht am Beginn der in darauffolgender Zeit massenweisen Verbreitung des Themas vor allem in den Niederlanden und am Niederrhein (Selbdritt bedeutet ›zu dritt‹). Die Hände von Anna sowie die Unterarme des Kindes sind seit dem Krieg zerstört.

Last updated: 26.03.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)