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Katherine Hingeston

Ident. Nr.: 62.1

ObjID: obj:868427

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Thomas Gainsborough (1727 - 1788),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: um 1786
Additional titles
Collection title: Katherine Hingeston
Translation: Katherine Hingeston
Mrs. Robert Hingeston
Translation: Mrs. Robert Hingeston
Geographical references
London,
Stadt
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 76,2 x 63,6 cm
Acquisition
1962 Schenkung durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, aus dem Londoner Kunsthandel Roland, Browse & Delbanco

Object Description

Katherine Hingeston, geb. Bull (1706-1793) war seit 1723 mit dem ordinierten Pfarrer und späteren Direktor des Gymnasiums von Ipswich Robert Hingeston (1698/99-1766) verheiratet. Das Paar hatte vierzehn Kinder, von denen nicht alle das Erwachsenenalter erreichten. Nach dem Tod ihres Ehemannes lebte Katherine mit zwei ihrer Töchter im Gemeindebezirk St Andrew Holborn in London.
In den 1750er Jahren waren die Familien Hingeston und Gainsborough in Ipswich Nachbarn und bald gut befreundet. Als langjähriger Freund des Hauses verfügte Gainsborough offensichtlich über persönliche Kenntnisse des Modells und seiner Lebenssphäre. Frei von jeglicher Theorie konnte er sich auch hier direkt der Aufgabenstellung widmen. Bis zu etwa 1,80 Meter lange Pinsel verwendete der Maler, um nach seiner Aussage kein Nahbild wiedergeben zu müssen. Aus fein differenziert aufgetragenen braunen und grauen Tönen ist das Porträt gestaltet. Eine Fülle von Untermalungen verbindet sich mit abschließenden Konturen. Diese gewann Gainsborough allmählich dem Hintergrund ab, ohne die zwangsläufig entstandenen Korrekturen zu retuschieren. Nur andeutungsweise setzte er über die Kontur der linken Schulter eine zurückhaltende Weißhöhung, wodurch eine sehr geschickte Tiefenräumlichkeit entstand.
Im Nachruf auf Gainsborough hob Reynolds die Notwendigkeit der Einbildungskraft bei der Rezeption seiner Gemälde hervor; nur so sei es möglich, die »Flüchtigkeit« des Farbauftrags ergänzend zu korrigieren. Das Fehlen der deutlichen Scheidung in Hintergrund und Vordergrund, Binnenzeichnung und Lokalkolorit wurde immerhin als bemerkenswertes Phänomen registriert.
Der Blick der etwa achtzigjährigen Katherine Hingeston ist gewissermaßen nach innen gerichtet. In Korrespondenz mit dem Kolorit gelang es Gainsborough, die menschliche Wärme und Bescheidenheit und den stoischen Gleichmut der Freundin bildkünstlerisch zu reflektieren. Auch hier verwendete er ein für seine Brustbildnisse typisches ovales Format. Unübersehbar bleibt dabei die Verwandtschaft mit der naturgemäß für den persönlichen Gebrauch geschaffenen Porträtminiatur.
Seit alters meldete die Familientradition der Hingeston, dieses Porträt sei eines der letzten Werke Gainsboroughs gewesen. Die um die Schultern der Dargestellten gelegte Kaschmirstola wurde stets zusammen mit dem Gemälde aufbewahrt. Sie befindet sich heute im Besitz der Berliner Galerie. Rainer Michaelis | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019 (2025 aktualisiert von Sarah Salomon)
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Katherine Hingeston, née Bull (1706-1793) was married from 1723 to Robert Hingeston (1698/99-1766), an ordained priest and later master of Ipswich Grammar School. The couple had fourteen children, not all of whom reached adulthood. After her husband's death, Katherine lived with two of her daughters in the parish of St Andrew Holborn in London.
In the 1750s, the Hingeston and Gainsborough families were neighbors in Ipswich and soon became good friends. As a longtime friend of the family, Gainsborough was evidently personally familiar with the model and her milieu. Free from any theorising, he dedicated himself here directly to the task at hand. According to the artist’s own testimony, he used a brush measuring approximately 1.8 meters in length in order to avoid close detail work. The portrait is shaped by the application of finely differentiated brown and green tones. An abundance of preparatory applications is conjoined with finalising contours. Gainsborough defined the figure against the background in a gradual process without retouching the inevitably present corrections. He sets just a restraint hint of white highlighting above the contour of left shoulder, skilfully generating a sense of space. In an obituary for Gainsborough, Reynolds emphasises the necessary involvement of the powers of imagination in the reception of his paintings; only in this way, he remarks, was it possible to correct and supplement the “ephemerality” of the paint application.
All the same, the absence of a distinct separation between background and foreground, interior drawings and local colour, was noted as a remarkable phenomenon. The gaze of the over eighty-year-old Katherine Hingeston seems somehow to be turned inward. In correspondence with the colouring, Gainsborough has succeeded in producing a visual equivalent of his friend’s human warmth, modesty, and stoic equanimity. Here as well, he chooses a typical oval format for this half-length portrait. The image betrays an unmistakable affinity for the portrait miniature, intended by its very nature for personal use.
According to the tradition of the Hingeston family, this portrait has always been regarded as one of Gainsborough’s last works. The cashmere shawl that lies across the sitter’s shoulders has always been preserved together with the painting. It is found today in the possession of the Berlin Gemäldegalerie. Rainer Michaelis | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019 (2025 updatet by Sarah Salomon)

Last updated: 06.08.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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Simson und Delila

Simson und Delila

Verse aus dem alttestamentarischen Buch der Richter, die von List und Verrat bestimmt sind, wurden hier von dem preußischen Hofmaler Antoine Pesne bildkünstlerisch umgesetzt. Danach (AT) war der Israelit Simson von Gott dazu auserwählt, sein Volk von der Fremdherrschaft der Philister zu befreien. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Kraft kämpfte Simson erfolgreich gegen die Besatzer. Seine Stärke verdankte er seinen ungeschorenen Haaren, denn Gott hatte verfügt, dass kein Schermesser je sein Haupt berühren solle. Die bei den altorientalischen Völkern verankerte Vorstellung, dass üppiger Bart- und Haarwuchs Gewähr für männliche Kraft bietet, fand hier ihren Niederschlag.Simson verliebt sich in die schöne Delila und verrät ihr das Geheimnis seiner übermenschlichen Kraft. Delila verrät Simson an die Fürsten der Philister und gewährt ihnen Zugang zum schlafenden Geliebten. Die Philister schnitten Simson im Schlaf seine Locken ab und nahmen ihm so seine Stärke.Die Gruppe der Hauptfiguren bildet ein gedachtes Dreieck, das auf einem Postament angeordnet ist. Hierdurcch wird eine stabile Komposition geschaffen, welche der Unruhe der Assistenzfiguren entgegenwirkt. Unverkennbar sind die koloristischen Anregungen der flämischen und italienischen Malerei des 17. Jahrhunderts.  Der Franzose Pesne, welcher zu diesem Zeitpunkt bereits in Berlin lebte und für den Preußischen Hof arbeitete, bemühte sich 1719/20 um die Aufnahme in die Pariser Académie royale de peinture et de sculpture. Vorab schickte er seinem Freund, dem Maler und Akademiemitglied Nicolas Vleughels, zur Einschätzung eine Skizze dieser Komposition nach Paris. Möglicherweise studierte auch Jean Antoine Watteau Pesnes Federzeichnung. In der Folge entschloss sich Pesne, eine veränderte Gemäldefassung zu schaffen, mit der er sich dann im Juli 1720 erfolgreich um die Mitgliedschaft in der Pariser Akademie bewarb. Es darf angenommen werden, dass Pesne die Berliner Erstfassung nie nach Paris schickte. Sie dürfte sich später im Eigentum seines bedeutenden Schülers Christian Bernhardt Rode befunden haben.

Maria mit dem Kind

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Die künstlerische Zusammenarbeit war ein zentrales Thema der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. So spezialisierten und konzentrierten sich einige Maler auf ganz bestimmte Aufgabenbereiche. Auch in der großen Antwerpener Werkstatt von Peter Paul Rubens kam es häufig zu einem Teamwork von Spezialisten. Ein treffliches Beispiel für diese Form der Zusammenarbeit bietet das Gemälde Maria mit dem Kind.Die Bildidee geht zweifelsohne auf Rubens selbst zurück, der die stehende Gottesmutter hinter einer mit einem persischen Blumenteppich bedeckten Balustrade präsentiert. Sie blättert in einer reich ausgestatteten Handschrift und hält locker mit ihrer rechten Hand das stehende Christuskind, dem sie ihre Brust gibt. Zunächst legte wohl ein Mitarbeiter aus Rubens` gut besetzter Werkstatt, möglicherweise nach einer heute nicht mehr existierenden Skizze des Meisters, das Bild in groben Zügen an. Der Bereich der Gottesmutter und des Christuskindes wurde dann von Rubens` eigener Hand zu guter Letzt noch einmal gründlich überarbeitet. Dadurch erfuhr die Mutter-Kind-Gruppe entscheidende, eigenhändige Veränderungen, so dass sie erst unter Rubens` Pinselführung zur jetzigen Einheit zusammenwachsen konnte.Für die Rosenranken und die mit Frühlingsblumen bestückte Blumenvase bediente sich Rubens eines Spezialisten, dessen Identifizierung bis zum heutigen Zeitpunkt Probleme bereitet. Zur Diskussion stehen Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625) und sein Sohn Jan Brueghel d. J. (1601-1678). Lange Zeit datierte man das Gemälde kurz vor Mitte der 20er Jahre und sah bezüglich der Blumen den Schöpfer in Jan Brueghel d. Ä. Heute hält man das Gemälde aus stilistischen Gründen für ein Rubenswerk der Jahre 1625/28. Da mit dem 12. Januar 1625, dem Todestag Jan Brueghels d. Ä., ein terminus ante quem für die Mitarbeit an dem Gemälde vorhanden ist, müsste man die Blumen konsequenter Weise dem Sohne zuschreiben. An der ausführenden Hand des Fruchtkorbes im rechten Vordergrund bestand hingegen in der Forschung nie ein Zweifel. Einhellig sehen in ihm die Experten den Pinselstrich des Stilllebenmalers Frans Snyders (1579-1657), mit dem Rubens eine freundschaftliche Beziehung verband und den er des Öfteren als Spezialisten für Stillleben und Tiere bei seinen Gemälden heranzog.

Roelof de Vos van Steenwijk

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In ungewöhnlich großen goldenen Lettern fasst die Inschrift den Kopf des Dargestellten  (um 1504 - um 1564) ein. Dass der goldene Ring am linken Ringfinger das Wappen der holländischen Familie de Vos van Steenwijk zeigt, wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt, allerdings herrschte lange keine Klarheit über die genaue Identität des Porträtierten. Die Identifizierung mit einem gewissen Roelof geht auf den Historiker und Genealogen Albrecht Nicolaas Baron de Vos van Steenwijk (1976) zurück. Diesem zufolge wurde Roelof 1505 als unehelicher Sohn von Reynalt de Vos van Steenwijk und Agnes van Ittersum geboren, im Februar 1537 wurde in Brüssel die Abstammung des damals etwa 31-Jährigen formal in einem Brief von Kaiser Karl V. anerkannt. Bald darauf heiratete er die Kölnerin Catharina Bellinckhausen, 1543 wird eine gemeinsame Tochter erwähnt. Vor 1548 ließ Roelof sich in Antwerpen nieder, wo er vor 1564 gestorben ist. Die aufrecht nach rechts gewandte Haltung des de Roelof Vos van Steenwijk, der aus dem Bild nach rechts und nicht auf den Betrachter blickt, spricht sehr dafür, dass dieses Porträt ursprünglich auf ein Gegenstück hin konzipiert war. Denkbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass Roelof zwischen 1537 und 1543 geheiratet hat, dass es als Verlöbnisbild oder aber anlässlich der Eheschließung – mit einem möglichen Pendant der Gattin – in Auftrag gegeben wurde.| Christine SeidelSIGNATUR / INSCHRIFT: ANNO 1541 ETATIS SUAE 37

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

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Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633