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Thronende Maria mit dem segnendem Kind und Heiligen

Ident. Nr.: 84

ObjID: obj:868696

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Domenico Ghirlandaio (1448 - 1494),
Maler*in
Ausführung: Davide Ghirlandaio (14.3.1452 - 10.4.1525),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Meister der St. Louis-Madonna (15. Jahrhundert),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1482/83
Additional titles
Collection title: Thronende Maria mit dem segnendem Kind und Heiligen
Translation: The Virgin with Blessing Child Enthroned and Saints
Geographical references
Italien,
Land
Material / Technique
Pappelholz
Dimensions
Bildmaß: 172 x 212 cm
Acquisition
1821 Ankauf aus der Sammlung des Kaufmanns Edward Solly, Berlin

Object Description

Die Provenienz dieses Gemäldes ist, im Gegensatz zu vielen Werken aus der Sammlung Solly, gut nachvollziehbar: Edward Solly erwarb es von dem römischen Kunsthändler Felice Cartoni, der es wiederum 1818 der Florentiner Akademie abgekauft hatte. Wenige Monate später befand es sich im »Ersten Florentinischen Zimmer« in Sollys Berliner Haus mit der Zuschreibung an Cosimo Rosselli, die auch in der Florentinischen Inventarliste verzeichnet war. Der Erfolg von Rosselli, einem Florentiner Maler in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, war durchaus umstritten: Mitte des 16. Jahrhunderts beschreibt Giorgio Vasari ihn mit ironischem Unterton als den am wenigsten talentierten derjenigen Maler, die für die Ausmalung der Sixtinischen Kapelle des Apostolischen Palastes im Vatikan (1481/82) verantwortlich waren. Doch habe dessen großzügiger Einsatz von Gold ihn dem Auftraggeber der Ausgestaltung der Kapelle, Papst Sixtus IV., als der brillanteste Künstler dieser Gruppe erscheinen lassen. 

Auf unserem Gemälde finden sich tatsächlich viele vergoldete Dekorelemente: an den Rändern des Throns, auf dem Maria sitzt, an den Gewändern und den Büchern der Heiligen sowie auf dem Vorhang, der sich hinter ihnen öffnet. Hervorzuheben ist insbesondere das Schmuckmotiv der Palmette, das auch eines der Hauptdekore auf Hunderten von Rahmen ist, die Karl Friedrich Schinkel nach Erwerb der Sammlung Solly durch die Berliner Museen gestaltete. Obwohl das Tafelbild wohl schon einen vergoldeten Rahmen besaß, wurde entschieden, diesen durch einen solchen modernen zu ersetzen, möglicherweise gerade wegen des Zusammenspiels des Palmettenmotivs auf Bild und Rahmen. Glücklicherweise sind Altarbild und »Schinkelrahmen« bis heute zusammengeblieben, wie hier visualisiert. 

Recht bald gab es Zweifel an der Zuschreibung dieses Werkes zu Cosimo Rosselli. Bereits in Florenz glaubte man, das Bild stamme von Domenico Ghirlandaio. 1830 urteilte Gustav Friedrich Waagen, die Qualität des Bildes entspreche nicht derjenigen des Meisters, und schrieb es vielmehr dessen Schwager Sebastiano Mainardi zu. Diese Zuschreibung wurde lange Zeit aufrechterhalten, fand allerdings nie allgemeine Zustimmung. Zwischen 1884 und 1936 war das Bild als Leihgabe im Wallraf-Richartz-Museum in Köln. 

1974 entdeckte Christian von Holst eine Notiz auf der Rückseite der Tafel, die den Rückschluss zuließ, das Werk stamme aus dem Klarissenkloster Santa Maria a Monticelli in Florenz; er verband diese Information mit einer Zahlung vom April 1483 an Domenico und Davide Ghirlandaio für ein Altarbild für das Kloster. Diese Herkunft erklärt auch, warum links im Bild die den Franziskanern nahestehende Heilige Klara von Assisi dargestellt ist. Diese Entdeckung ermöglichte einen genaueren Einblick in die Arbeitsteilung in der Werkstatt von Ghirlandaio: Während Domenico wahrscheinlich der Ideengeber für die Gesamtgestaltung des Altarbildes war, kann ein wesentlicher Teil der Ausführung seinem Bruder Davide zugeschrieben werden

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Der Kreuznimbus, also der Heiligenschein mit dem Muster des Kreuzes, des segnenden Kindes weist auf seine zukünftige Passion hin. Links im Bild die Hl. Klara (1194-1253), erste Äbtissin des Schwesterordens der Franziskaner, und der Apostelfürst Paulus, welcher vermutlich 67 unter Kaiser Nero in Rom mit dem Schwert hingerichtet wurde. Rechts die Hl. Katharina von Alexandrien auf einem der Instrumente ihres Martyriums, dem Rad, stehend. Sowie der Ordensgründer Franziskus von Assisi (1182-1226).

SIGNATUR / INSCHRIFT: AVE MARIA GRATIA PLENA D(OMINVS) TECV(M)

Last updated: 03.07.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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