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Der Damplatz zu Amsterdam

Ident. Nr.: 885D

ObjID: obj:868906

Details (expert)

Involved
Ausführung: Jacob Isaacksz. van Ruisdael (1628/29 - 1682),
Maler*in
Zuschreibung unsicher: Gerrit Battem (um 1636-1684),
Maler*in
Dating
Ausführung: um 1675
Additional titles
Collection title: Der Damplatz zu Amsterdam
Translation: Dam Square in Amsterdam
Geographical references
Holland,
Region
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 54,2 x 66,3 cm

Object Description

Links im Mittelgrund ist die Amsterdamer Stadtwaage wiedergegeben. Unter dem Vordach des Gebäudes liegen Warenballen, die auf der großen Waage, welche im Tordurchgang aufgehängt ist, gewogen werden. Rechts öffnet sich der Blick auf das Damrak, den mit Segelbooten betriebsam gefüllten Binnenhafen der Stadt, dessen jenseitiges Ufer rechts in dichter Zeilenbebauung von Giebel- bzw. Lagerhäusern besetzt ist. Dahinter ragt der Turm der Oude Kerk gegen den Abendhimmel auf. Den Platz beleben Spaziergänger, Gruppen eleganter Damen und Herren im Gespräch, auch Gemüse- und Fischhändler, die ihre Waren zum Verkauf anbieten. Mit der dargestellten Örtlichkeit war Ruisdael vertraut. Nach seiner Übersiedlung von Haarlem nach Amsterdam im Jahre 1657 wohnte er in der Nähe des Damplatzes und seit 1670 am Damplatz selbst, an dessen Südseite er ein Quartier bezogen hatte. Von dort muss sich in etwa die Aussicht geboten haben, die im Bild festgehalten ist.
Ruisdael schuf noch weitere Versionen von Darstellungen des Damraks. In keinem dieser Bilder spielen die präsentierten Staffagefiguren jedoch eine so prominente Rolle wie auf dem Berliner Gemälde. Da er in anderen Fällen mit Malern zusammenarbeitete, die seine Landschafts- oder Stadtansichten mit Personen ausstaffierten, ist anzunehmen, dass dies insbesondere auch für das Berliner Bild gilt.
So glaubwürdig Ruisdaels Darstellung auch erscheinen mag, um eine topographisch exakte Wiedergabe dieser Stadtansicht handelt es ich nicht. Im Vergleich mit einer Zeichnung in Brüssel, die er vom Damrak schuf, veränderte Ruisdael im Gemälde die Größenverhältnisse. Um dem Gebäude der Stadtwaage kompositorisch eine Vorrangstellung zu verleihen, reduzierte er die Höhe der Häuser links und des Kirchturms rechts. Während auf der Zeichnung die Stadtwaage im Schatten und die Häuser rechts im Licht liegen, ist im Gemälde die umgekehrte Verteilung des Helldunkels gewählt worden. Aus den schattigen Partien des architektonischen Umfeldes tritt der blockhafte Bau der Stadtwaage in kühlem Graublau hervor – ein geeigneter Untergrund für das reich verzierte Amsterdamer Stadtwappen, das im verhaltenen Widerschein des Dämmerlichts kostbar aufleuchtet. Ruisdael, der in erster Linie Landschaftsmaler war, hat sich dem Stadtbild erst relativ spät und wohl im Zusammenhang mit der wachsenden Vorliebe für große Formen zugewandt. Sie stehen seinen ausdrucksvollen Naturschilderungen jedoch in nichts nach. Wie Ruisdael in seinen Landschaften das vielgestaltige Erscheinungsbild von Bäumen unter wolkenverhangenem Himmel sichtbar gemacht hat, so erschöpfen sich auch seine Stadtansichten nicht in reinen topographischen Wiedergaben. Auch sie sind »uyt den gheest« (aus dem Geist) konzipiert und zu poetischen Stimmungsbildern erhoben.  Katja Kleinert und Jan Kelch | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Bezeichnet links unten: JvRuisdal (JvR verbunden)
_______________________________________________________

On the left in the middle ground, the Amsterdam municipal weighing house is depicted. Beneath the porch roof lie bundles of goods to be weighed on the large scales that hang in the gateway. On the right, a view opens up of the Damrak, the city’s inland harbour, a busy scene filled with sailing boats, its far bank on the right densely built-up with a row of gabled houses and storehouses. Beyond it, the tower of the Oude Kerk rises into the evening sky. The square is populated with strollers and groups of elegant ladies and gentlemen in conversation, as well as greengrocers and fishmongers offering their wares for sale. Ruisdael was familiar with the place that he portrayed. After moving from Haarlem to Amsterdam in 1657, he lived near Dam Square, and from 1670 on the square itself, where he took up residence on the south side. From there he must have had approximately the view that is captured in the painting.

Ruisdael painted further versions of views of the Damrak, but in none of these works does the staffage of figures presented here play such a prominent part as in the Berlin painting. As he collaborated in other works with artists who added human figures to his landscapes and views of cities, it may be assumed that this applies especially to the painting in Berlin.

Although Ruisdael’s depiction may appear convincing, this is not a topographically exact reproduction of a city scene. Compared to a drawing, now in Brussels, that he made of the Damrak, in this painting Ruisdael changed the proportions. To give priority to the weighing house in the composition, he reduced the height of the houses on the left and the church tower on the right. Whereas the weighing
house is in the shade and the houses are in the light on the drawing, in the painting the artist opted for a reversal of light and dark. From the shady areas of the architectural surroundings, the square structure of the weighing house emerges in a cool blue-grey – an appropriate ground for the opulently decorated coat of arms of Amsterdam, which shines sumptuously in the subdued luminosity of twilight. Ruisdael, who was primarily a landscape artist, turned to city views relatively late, probably in connection with his growing preference for large-scale forms. They are in no way inferior to his expressive depictions of nature. Just as Ruisdael made the varied appearance of trees beneath a clouded sky visible in his landscapes, his views of cities are not confined to purely topographical representations. They too are conceived “uyt den gheest” (from the spirit) and elevated to poetic paintings of mood. Katja Kleinert und Jan Kelch | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Last updated: 03.07.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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