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Verkündigungsengel (Fragment)

Ident. Nr.: 5542

ObjID: obj:869176

Details (expert)

Date(s)
Datierung: Anfang 15. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Kalkstein
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 87,8 x 41,5 x 36,5 cm
Höhe: 86,5 cm (vor 1945)
Acquisition
Erworben 1908 von der Kunsthandlung Julius Böhler in München; befand sich laut Erwerbungseintrag im Inventar (wahrscheinlich nach Mitteilung des Kunsthändlers) zuvor in der Gegend von Dingolfing (Niederbayern). 1945 im Flakbunker Berlin-Friedrichshain stark beschädigt. 1945–58 Sowjetunion, 1958–90 Ost-Berlin.

Object Description

Die 1945 stark zerstörte, nur in Fragmenten erhaltene und durch erhebliche Brandschäden gezeichnete Skulptur stellte den Engel einer Verkündigung dar. Auf polygonaler Plin the, deren rechte Vorderkante bereits vor der Erwerbung 1908 abgearbeitet worden war, kniete ehemals Gabriel, den rechten Fuß unter dem gebeugten Knie vorangestellt, vor der jungfräulichen Maria. In beiden Händen hielt er ein gewundenes und nach unten hin entrolltes Spruchband, auf dem vermutlich der Mariengruß „Ave Maria gratia plena“ geschrieben war. Sein Oberkörper war gerade aufgerichtet und das anmutige, in großen Teilen erhaltene Haupt zur rechten Schulter hin gesenkt. Die Figur war raumgreifend und auf Mehransichtigkeit angelegt; im Rücken steckten ursprünglich angesetzte Flügel, deren sicher nicht unbeträchtliches Volumen der zuletzt etwas statisch wirkenden Gestalt Dynamik verliehen haben wird. Ausgerichtet war Gabriel auf sein Pendant, eine wahrscheinlich stehende Maria. Ihr galten der auffällige Blick des Engels aus den schön geformten, mandelförmigen Augen und seine Worte, welche die leicht geöffneten Lippen zu formen scheinen.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen und im Alpenraum 1380 bis 1440. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2019)

Last updated: 06.02.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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