Logo

Die Kranke

Ident. Nr.: 792C

ObjID: obj:869232

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Gabriel Metsu (1629 - 1667),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1664/66
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Die Kranke
Translation: The Sick Woman
Geographical references
Herstellungsort: Amsterdam,
Stadt
Material / Technique
Eichenholz
Dimensions
Bildmaß: 30,9 x 26,8 cm
Acquisition
1906 Ankauf aus der Galerie Leuchtenberg, St. Petersburg

Object Description

Metsu war Genre- und Bildnismaler, der zu einem Hauptvertreter der holländischen Genremalerei avancierte. Er malte mehrfach das Thema von Erkrankten. Zwei dieser Bilder sind aufgrund des kleinen, intimen Formates und der emotional so eindringlichen, tief empfundenen Darstellung besonders hervorzuheben. Es handelt sich dabei um das Berliner Gemälde „Die Kranke“ sowie das Amsterdamer Werk „Das kranke Kind“. Das Berliner Bild zeigt eine sterbenskranke Frau in einem Stuhl sitzend an ein Kissen gelehnt. Neben ihr steht eine weinende Magd mit einem hohen, aus Bast geflochtenen Korb in der Hand. Bei dem Korb dürfte es sich um ein Transport- und Stützbehältnis für ein Uringlas handeln. Die Prüfung von Urin zu diagnostischen Zwecken war ein im 17. Jahrhundert übliches Verfahren. Metsu gelingt hier die stille, überaus ergreifende Darstellung eines todgeweihten Menschen. Das kalte Weiß des Kissens, in das die Kranke gebettet ist, steigert ihre Blässe zusätzlich und kündet eindringlicher noch als das Verhalten der Weinenden von der Nähe des Todes. Hintergrund für die Berliner und die Amsterdamer Darstellungen sind vermutlich die mehrfachen, teils extrem heftigen Ausbrüche der Pest in Amsterdam Ende der 1650er und zu Beginn der 1660er Jahre in Amsterdam, denen mehr als 10 % der Bevölkerung zum Opfer fielen.

SIGNATUR / INSCHRIFT: Links oben: GMetsu (GM verbunden)

Last updated: 14.09.2026

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

Additional items from the collections

Maria mit dem Kind und singenden Engeln (Raczyński Tondo)

Maria mit dem Kind und singenden Engeln (Raczyński Tondo)

Möglicherweise gehörte das Rundbild den Brüdern von S. Francesco in Florenz. Maria wird als Himmelskönigin mit einer Krone ausgezeichnet, zugleich ist sie mitleidende Mutter des zum Opfer bestimmten Christusknaben. Er greift nach ihrer Brust. Die nährende Maria galt den Theologen als Mutter aller Menschen und als Heilsspenderin. Singende Engel preisen sie, Lilien als Reinheitssymbole in den Händen. Wie man in Antlitz und Gestalt Marias immer auch das Ideal irdischer Frauenschönheit suchte, so kann man in den Engeln die Verkörperung jugendlich-harmonischen Ebenmaßes sehen. Botticelli meisterte das anspruchsvolle Format mit einer durchdachten Bildordnung, die das Rund der Begrenzung aufnimmt: Im Mittelpunkt vielfach kreisender Bewegung thront die Madonna.| Prestel-Museumsführer - Gemäldegalerie Berlin, 2017_______________________________________________________It is possible that this circular picture used to belong to the Brothers of S. Francesco in Florence. Mary is identified as the Queen of Heaven by a crown, but at thesame time she is the mother of the boy Christ, who is marked out for sacrifice. He is reaching for her breast. Theologians saw Mary as the giver of nourishment, asthe mother of all mankind, and of salvation. Singing angels are praising her, with lilies in their hands as symbols of purity. Just as the ideal of earthly female beautywas always sought in the face and form of Mary, in the same way the angels can be seen as embodying youthful harmony. Botticelli mastered this demanding formatwith a calculated pictorial order that takes up the circular border: the Madonna is enthroned at the centre of a multiple encircling movement.| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2017