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Die Maria Immaculata mit dem Jesuitenpater Fernando de Mata

Ident. Nr.: 414A

ObjID: obj:869545

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Juan de Roelas (um 1570 - 1625),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1612/13
Additional titles
Collection title: Die Maria Immaculata mit dem Jesuitenpater Fernando de Mata
Maria der unbefleckten Empfängnis, von dem Stifter Pater Fernando de Mata (um 1554-1612) verehrt
Translation: The Virgin of the Immaculate Conception, adored by Donor Fernando de Mata (1554-1612)
Geographical references
Spanien,
Land
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 319,5 x 172,5 cm
Acquisition
1852 Ankauf auf der Versteigerung der Sammlung Marschall Soult, Paris

Object Description

Das über drei Meter hohe Gemälde Juan de Roelas spielte im Kontext der Debatten um den Kult der Unbefleckten Empfängnis Mariens, die sich in Sevilla im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts immer dramatischer zuspitzten, eine zentrale Rolle. Die Frage, ob nicht nur Christus selbst, sondern bereits seine Mutter, die Jungfrau Maria, vom Makel der Erbsünde befreit geboren worden sei, hatte längst politische Relevanz erlangt. Als Mittelbild eines mehrteiligen Retabels (»retablo«) war das Gemälde einst am Altar der Purísima Concepción im heute zerstörten Convento de la Encarnación in Sevilla aufgestellt. Vor dem Altarbild befand sich das Grabmal des auf dem Gemälde dargestellten Jesuitenpaters Fernando de Mata, der am 20. September 1612 gestorben war. Als Haupt der spirituellen Kongregation – der sogenannten »Congregación de la Granada« –, deren Mitglieder das »retablo« in Auftrag gegeben hatten, setzte er sich vehement für die Dogmatisierung des Kults der Unbefleckten Empfängnis ein.
Das Gemälde sollte nicht nur eine höchst umstrittene Glaubensmeinung rechtfertigen, sondern zugleich auch das Andenken an einen der einflussreichsten Kleriker Sevillas bewahren, der in den Augen seiner Anhänger in den Status eines Seligen erhoben werden sollte. Hierfür hat Roelas, der 1615 selbst an einer großen Prozession zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis teilgenommen hatte, das wirklichkeitsgetreue Portrait Matas mit der übernatürlichen Erscheinung der Immaculata konfrontiert. Der in ein einfaches, grauschwarzes Gewand gekleidete Jesuitenpater ist kniend im Vordergrund platziert. Der vor ihm auf dem Boden liegende Hut und der darauf abgelegte Stab weisen ihn als frommen Pilger aus. In der linken Hand hält er ein kleines schwarzes Buch. Unmittelbar vor ihm schwebt auf einer nach oben geöffneten Mondsichel die Jungfrau Maria. Ein Wolkenkranz mit Putten umgibt ihren Körper. Das hinter ihr auf die Leinwand aufgebrachte Blattgold deutet das unendliche Strahlen des Himmels an. Ein zweiter, von dicht gedrängten Engelsköpfen gebildeter Kreis umringt ihr von 13 Sternen umgebenes Haupt. Über ihr schweben zwei Engel und halten die mit Edelsteinen besetzte Krone der Himmelskönigin. Einer von ihnen präsentiert eine weiße Lilie als Symbol ihrer Reinheit, der andere einen Palmzweig, das Zeichen ihres Triumphs. Das Gemälde folgt dem für das Sujet gängigen Bildtypus, bei dem die mit der Sonne bekleidete Frau der Apokalypse des Johannes (Offb 12,1) von den in den Litaneien rezitierten Symbolen umgeben erscheint. Die auf Maria bezogenen Symbole sind in der Landschaft und in den Wolken angeordnet: der Rosenstrauch, der ungetrübte Spiegel, der von einem Putto gehalten wird, der Meerstern, das Himmelstor, die Jakobsleiter und der Mond sowie der verschlossene Garten, der Brunnen und der Turm Davids.
Obwohl das über die Mondsichel herabhängende Gewand Mariens beinahe den Daumen Matas berührt, scheint er Maria dennoch nicht wirklich sehen zu können. Sein Blick geht eindeutig an ihr vorbei. Das Gemälde visualisiert demzufolge eine innere Schau. Roelas hat die Differenz zwischen den unterschiedlichen Realitätsebenen auf mehrfache Weise konkretisiert: Die steife Körperhaltung Mariens, ihre harten Gesichtszüge sowie der gegenüber dem Portrait Matas kleinere Maßstab lassen an eine farbig gefasste Holzskulptur denken. Dagegen ist der Jesuitenpater, dessen Portrait auf ein Bildnis in Francisco Pachecos „Libro de Retratos" (Buch der Portraits) zurückgeht, umso lebenswirklicher wiedergegeben. Der minutiös geschilderte Bart und seine von der Sonne gebräunte Haut tragen genauso zur lebendigen Wirkung bei wie die schiefe Stellung seiner Augen oder die nachdenklich in Falten geworfene Stirn. Im Gegensatz zum lebensgroß wiedergegebenen Stifter kann Maria nicht der menschlichen Wirklichkeit entstammen. Es handelt sich um eine übernatürliche Erscheinung, die erst durch die Fähigkeiten des Malers für den Betrachter sichtbar wird.| Sven Jakstat
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Juan de Roelas’s canvas played a central role in the context of the debates about the cult of the Immaculate Conception, which were coming ever more dramatically to a head in the first third of the seventeenth century. The question of whether not only Christ himself, but also his mother, the Virgin Mary, had been conceived without sin, had long since acquired a political dimension. As the central image of a multi-piece "retablo", the painting was originally hung at the altar of the Purísima Concepción in the now-destroyed Augustinian convent of La Encarnación. In front of the altarpiece stood the tomb of Fernando de Mata, the Jesuit priest depicted in the painting, who died on 20 September 1612. As the leader of the spiritual congregation known as the “Congregación de la Granada”, whose members had commissioned the "retablo", he was passionately committed to dogmatising the cult of the Immaculate Conception.
The painting was intended not only to vindicate a highly controversial religious belief but also to honour the memory of one of Seville’s most influential clerics who, in the eyes of his supporters, deserved to be beatified. To this end Roelas, who had himself participated in a large procession in honour of the Immaculate Conception, juxtaposes a realistic portrait of Mata with a supernatural apparition of Mary Immaculate. Clothed in an anthracite-coloured robe, the Jesuit priest is shown kneeling in the foreground, holding a small black book in his left hand. The hat and staff lying on the ground in front of him identify him as a pious pilgrim. Immediately in front of him the Virgin Mary floats upon an upturned crescent moon, her body surrounded by clouds and putti. The gold leaf applied to the canvas behind her suggests the infinite radiance of heaven. A second ring of tightly clustered angels’ heads surrounds her head, which is also circled by thirteen stars. Two angels holding up the Queen of Heaven’s jewel-encrusted crown hover above her. One of the angels presents a white lily, a symbol of the Virgin’s purity, the other, a palm frond symbolising her triumph. The painting is typical of this kind of representation, in which the Woman of the Apocalypse of St John (Rev 12:1) appears clothed in the sun and surrounded by the symbols recited in the litanies. These symbols relating to the Virgin Mary are arranged in the landscape and clouds: the rosebush, the unclouded mirror held by a putto, the Star of the Sea, the gates of heaven, Jacob’s ladder, the moon, as well as the closed garden, the fountain, and the tower of David.
Although Mary’s robe, which hangs over the crescent moon, is almost touching Mata’s thumb, he still seems unable to see the Virgin, but looks straight past her instead. The painting is thus a visualisation of his inward gaze. Roelas has substantiated the difference between the levels of reality in a variety of ways: Mary’s rigid posture, her fixed facial expression, and her smallness relative to the portrait of Mata, all bring to mind a polychromed wooden sculpture. By contrast the Jesuit priest, whose portrait is based on one in Francisco Pacheco’s "Libro de Retratos" or book of “true portraits”, looks all the more alive. Mata’s meticulously detailed beard and suntanned skin, his sloping eyes, and his wrinkled brow all contribute to his lifelike appearance. When juxtaposed with the founding father, who is portrayed in life size, the Virgin cannot belong to the physical world of human reality. She is a supernatural vision rendered visible solely by the talents of the artist.| Sven Jakstat

Last updated: 03.07.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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Das in Tempera auf Leinwand gemalte Bild gehört zu den wenigen in dieser Technik ausgeführten Gemälden, den sogenannten Tüchlein, die aus dem 15. Jahrhundert erhalten sind. Der empfindliche Farbauftrag und Bildträger sowie das feuchte Klima diesseits der Alpen haben dazu beigetragen, daß die Zahl der Tüchlein gering und ihr Erhaltungszustand oft nicht sehr gut ist. Nicht nur deshalb, sondern auch wegen der halbfigurigen Kompositionsform verdient dieses von Hugo van der Goes geschaffene Werk besondere Beachtung. Dargestellt ist die Gruppe der nächsten Angehörigen Christi, die seinen Tod betrauern. Dicht gedrängt stehen sie beieinander, vereint in ihrem gemeinsamen Schmerz, dem der Künstler auf höchst subtile Weise Ausdruck verliehen hat. Im Vordergrund steht die jugendliche Gottesmutter, die ihre Hände in einer Gebärde tiefer Ergebenheit vor der Brust kreuzt und ihr gesenktes Haupt leicht zur Seite neigt. Bei ihr ist Johannes, der Lieblingsjünger Christi, der ihre Schultern berührt, sie stützt und zu trösten sucht. Lebhafter in den Äußerungen ihrer Trauer erscheint Maria Magdalena, die rechts daneben steht, ihre Hände ringt und den Kopf mit den verweinten Augen zur Seite wendet. Die Gruppe beschließen die beiden anderen Marien, Maria Salome und Maria Jacobi, von denen eine die Hände klagend emporhebt, während sich die andere die Tränen aus den Augen wischt. Den Hintergrund bilden der Hügel Golgathas und ein schmaler Streifen blauen Himmels. Die Farbigkeit des Bildes, in der einst der leuchtendrote Mantel des Johannes und das blaue Kleid Marias die Akzente setzten, wirkt heute matt und gedämpft. Die Komposition und die geschilderte Begebenheit sind unvollständig ohne den Bezugspunkt der Klage und Trauer: die Darstellung des toten Christus, die einst das Gegenstück zu unserem Tüchlein gebildet hat. Die Kopien der beiden Kompositionen, insbesondere die bemerkenswerte Neufassung des Werkes durch Hans Memling (Granada, Capilla Real), vermitteln eine gute Vorstellung von dem ursprünglichen Eindruck der beiden Tüchlein. Erst 1950 ist das vermißte Gegenstück mit der Kreuzabnahme aufgetaucht. Die Darstellung ist hier ganz auf die Präsentation des von drei Männern gehaltenen und dem Betrachter vorgewiesenen Körpers Christi abgestimmt. Den Mittelpunkt bildet der entseelte Leib mit der Seitenwunde und den kraftlos herabhängenden Armen. Der Hügel Golgathas und die Leiter, mit deren Hilfe Christus vom Kreuz abgenommen wurde, sind die einzigen Hinweise auf den Ort der Handlung und den Zeitpunkt des Geschehens. Für das Tüchlein-Diptychon hat sich in der Forschung die Bezeichnung Kleine Kreuzabnahme eingebürgert, im Gegensatz zur sogenannten Großen Kreuzabnahme, einer breitformatigen Komposition des Künstlers, deren originale Fassung nicht mehr erhalten, jedoch durch zahlreiche Kopien überliefert ist. Die anhaltende Bewunderung für die von Hugo van der Goes geschaffenen Kompositionen ist gewiß auch damit zu erklären, daß der Künstler die Bildform des Halbfigurenbildes konsequent auf ein handlungs- und figurenreiches Thema übertragen hat. Es war dies eine kompositionelle und thematische Bereicherung, die die Entwicklung des »erzählenden Halbfigurenbildes« in den Niederlanden bis weit ins 16. Jahrhundert hinein bestimmt hat. | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010_____________________________________________________________________This picture in tempera on canvas is one of the few 15th-century paintings using this technique to have survived. It shows Christ’s followers mourning his death. In the foreground is the Mother of God, crossing her hand over her breast and inclining her lowered head slightly to the side. Next to her is John, supporting her and trying to comfort her. The group is completed by Mary Magdalene and the two other Marys. In the background the hill of Golgotha and a narrow strip of blue sky can be seen. The composition the event depicted are incomplete without the reference point for the lamentation and mourning. The former companion piece is a depiction of the dead Christ (New York, private collection).| Prestel Museum Guides - Gemäldegalerie Berlin, 2012

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Die künstlerische Zusammenarbeit war ein zentrales Thema der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. So spezialisierten und konzentrierten sich einige Maler auf ganz bestimmte Aufgabenbereiche. Auch in der großen Antwerpener Werkstatt von Peter Paul Rubens kam es häufig zu einem Teamwork von Spezialisten. Ein treffliches Beispiel für diese Form der Zusammenarbeit bietet das Gemälde Maria mit dem Kind.Die Bildidee geht zweifelsohne auf Rubens selbst zurück, der die stehende Gottesmutter hinter einer mit einem persischen Blumenteppich bedeckten Balustrade präsentiert. Sie blättert in einer reich ausgestatteten Handschrift und hält locker mit ihrer rechten Hand das stehende Christuskind, dem sie ihre Brust gibt. Zunächst legte wohl ein Mitarbeiter aus Rubens` gut besetzter Werkstatt, möglicherweise nach einer heute nicht mehr existierenden Skizze des Meisters, das Bild in groben Zügen an. Der Bereich der Gottesmutter und des Christuskindes wurde dann von Rubens` eigener Hand zu guter Letzt noch einmal gründlich überarbeitet. Dadurch erfuhr die Mutter-Kind-Gruppe entscheidende, eigenhändige Veränderungen, so dass sie erst unter Rubens` Pinselführung zur jetzigen Einheit zusammenwachsen konnte.Für die Rosenranken und die mit Frühlingsblumen bestückte Blumenvase bediente sich Rubens eines Spezialisten, dessen Identifizierung bis zum heutigen Zeitpunkt Probleme bereitet. Zur Diskussion stehen Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625) und sein Sohn Jan Brueghel d. J. (1601-1678). Lange Zeit datierte man das Gemälde kurz vor Mitte der 20er Jahre und sah bezüglich der Blumen den Schöpfer in Jan Brueghel d. Ä. Heute hält man das Gemälde aus stilistischen Gründen für ein Rubenswerk der Jahre 1625/28. Da mit dem 12. Januar 1625, dem Todestag Jan Brueghels d. Ä., ein terminus ante quem für die Mitarbeit an dem Gemälde vorhanden ist, müsste man die Blumen konsequenter Weise dem Sohne zuschreiben. An der ausführenden Hand des Fruchtkorbes im rechten Vordergrund bestand hingegen in der Forschung nie ein Zweifel. Einhellig sehen in ihm die Experten den Pinselstrich des Stilllebenmalers Frans Snyders (1579-1657), mit dem Rubens eine freundschaftliche Beziehung verband und den er des Öfteren als Spezialisten für Stillleben und Tiere bei seinen Gemälden heranzog.

Roelof de Vos van Steenwijk

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In ungewöhnlich großen goldenen Lettern fasst die Inschrift den Kopf des Dargestellten  (um 1504 - um 1564) ein. Dass der goldene Ring am linken Ringfinger das Wappen der holländischen Familie de Vos van Steenwijk zeigt, wurde schon im 19. Jahrhundert erkannt, allerdings herrschte lange keine Klarheit über die genaue Identität des Porträtierten. Die Identifizierung mit einem gewissen Roelof geht auf den Historiker und Genealogen Albrecht Nicolaas Baron de Vos van Steenwijk (1976) zurück. Diesem zufolge wurde Roelof 1505 als unehelicher Sohn von Reynalt de Vos van Steenwijk und Agnes van Ittersum geboren, im Februar 1537 wurde in Brüssel die Abstammung des damals etwa 31-Jährigen formal in einem Brief von Kaiser Karl V. anerkannt. Bald darauf heiratete er die Kölnerin Catharina Bellinckhausen, 1543 wird eine gemeinsame Tochter erwähnt. Vor 1548 ließ Roelof sich in Antwerpen nieder, wo er vor 1564 gestorben ist. Die aufrecht nach rechts gewandte Haltung des de Roelof Vos van Steenwijk, der aus dem Bild nach rechts und nicht auf den Betrachter blickt, spricht sehr dafür, dass dieses Porträt ursprünglich auf ein Gegenstück hin konzipiert war. Denkbar ist in Anbetracht der Tatsache, dass Roelof zwischen 1537 und 1543 geheiratet hat, dass es als Verlöbnisbild oder aber anlässlich der Eheschließung – mit einem möglichen Pendant der Gattin – in Auftrag gegeben wurde.| Christine SeidelSIGNATUR / INSCHRIFT: ANNO 1541 ETATIS SUAE 37

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) mit seiner Gemahlin und seinen Kindern (9 Teile)

Medaillonkette mit den Darstellungen von Pfalzgraf Philipp (1627 - 1655), Pfalzgräfin Henriette (Fürstin von Siebenbürgen, 1626 - 1651), Pfalzgraf Moritz (1620 - 1652), Pfalfgräfin Elisabeth (Äbtissin von Herford, 1618 - 1680), Pfalzgraf Karl Ludwig (Kurfürst von der Pfalz, 1617 - 1686), das Herrscherpaar Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (König von Böhmen, 1596 - 1632), Kurfürsten Elisabeth von der Pfalz (Königin von Böhmen, 1596 - 1662), Pfalzgraf Rupert (1619 - 1682) und Pfalzgräfin Luise Hollandine (Äbtissin von Maubuisson, 1622 - 1709).Sieben der Darstellung sind mit mit den Initialen des Künstlers versehen. Die des Herrscherpaares jedoch nicht, diese weisen auf stilistische Anregungen durch Gemälde von Hoskins d. Ä. oder van Dycks hin. Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz vermählte sich 1613 mit Elisabeth Stuart, der Tochter Jakobs I. von England. Damit waren Hoffnungen auf eine Stärkung der evangelischen Pfalz im Reich verbunden. Im Jahre 1616 heiratete die Schwester des Pfälzers, Elisabeth Charlotte, den brandenburgischen Kurprinzen Georg Wilhelm. 1619 wählte die böhmischen Stände Friedrich V. von der Pfalz zu ihrem König, womit sie die rechtmäßige Herrschaft Kaiser Ferdinand II. mißachteten. Die Unbotmäßigen votierten damit für den Glaubensgenossen Friedrich V. als Haupt der protestantischen Union. Dieser Entscheidung widersetzte sich das Haus Habsburg. Der lebenslustige und risikobereite "Winterkönig" (Freidrich V.) schöpfte die neue königliche Würde reichlich aus. Jedoch weder England noch die Niederlande oder Brandenburg konnten dem Glaubensbruder wegen eigener innenpolitischen Schwierigkeiten beistehen. Auf diplomatischen Druck Englands und Frankreichs hin verhielt sich die protestantische Union neutral, was zu einer Isolierung Friedrich V. führte (3. Juli 1620: Ulmer Vertrag). Am 8. November 1620 stand der "Winterkönig" den Heeren des Kaisers, Kursachsens und Spaniens in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag gegenüber. Schon nach einer Stunde beherrschten die Armeen der katholischen Liga unter Tillys Kommando die Walstatt. Friedrich V. und Familie flohen zuerst zum Schwager nach Brandenburg. Im Neumärkischen Küstrin an der Oder wurde noch im selben Jahr (1620) Pfalzgraf Moritz geboren. In Gefangenschaft von Seeräubern ist er später in Algier verschollen. Pfalzgraf Ruprecht studierte 1634 gemeinsam mit dem brandenburgischen Kurprinzen (seit 1675 der Große Kurfürst genannt) in Leiden. Die einstige böhmische Königin und Tante des Hohenzollern, Elisabeth von der Pfalz, lebte seit Beginn ihres Wittums (1632) in Rhenen bei Arnheim.Die Medaillonkette wurde am 19. März 1689 unter der Inv.Nr.53 auf die Kunstkammer im Berliner Schloß gegeben. Schon das Inventar von 1694 meldete den Verlust des Miniaturporträts von Pfalzgraf Gustav, welcher einjährig starb. Inzwischen fehlen zwei weitere Bildnisse. Aleander Cooper (um 1605 London - 1660 Stockholm) - einer der bedeutendsten Miniaturmaler - war seit 1631 im Haag tätig, wo er wohl auch die Berliner Medaillonkette schuf (R.M.).SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf den beiden Deckeln unter einer Königskrone: SHE? (verbunden)Porträts von links:1. rechts unten im Grund: A[C]; Rückseite: Philippus P.P. / Aet: 5: / 26 Octobrio 1632; 2. links im Grund: AC; Rückseite: Herriette P.P. / Aet. 6: / 7 Juli 1632.;3. links im Grund: AC; Rückseite: Mauritius P.P. / Aet: 11: / 6 Januari 1632.;4. Rückseite: Elisabetha, P.P. / Aet: 13: / 26 Nouem: 1632; 5. rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Carolus. P.P.E. / Aet. 14: / 22 Decem 1632.;6. Rückseite: Federicus R•B• / AET: 36 / 16 Augus 1632.7. Rückseite: Elisabetha R• B• / Aet 36: / 19 Augus 1632;8. Rechts unten im Grund: AC; Rückseite: Rupertus P•P• / Aet: 12: / 17 Decem 1632.;9. rechts im Grund: A[C]; Rückseite: Louisa P•P•. / Aet: 10: / 8 April: 1632.;10. Porträt verschollen; Rückseite: Eduardus P•P• / Aet: 8: / 6 Octobrio 1632•; 11. Porträt verschollen; Rückseite: Sophia P•P• / Aet: 2: / 14 Octobris 1633•12. Porträt verschollen; Rückseite: Gustavus P•P• / Aet: 1: / 4 Januari 1633