Logo

Rahel und Lea im Streit um die von Ruben, Leas Sohn, gefundenen Dudaim-Beeren

Ident. Nr.: 887

ObjID: obj:869964

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Nicolaes Berchem (1621/22 - 1683),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: um 1650
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Rahel und Lea im Streit um die von Ruben, Leas Sohn, gefundenen Dudaim-Beeren
Translation: Rachel and Leah fighting over the Dudaim berries found by Ruben, Lea's son
Landschaft mit mythologischer Szene
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Niederlande,
Land
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 199 x 271 cm
Acquisition
1828/30 Überweisung aus den Königlich Preußischen Schlössern

Object Description

Die alttestamentarische Darstellung handelt von Rahel und Lea (1. Mose 30, 14), zwei Schwestern die mit dem gleichen Mann verheiratet sind. Die beiden Schwestern, eine (Rahel) geliebt aber unfruchtbar, die andere (Lea) ungeliebt aber fruchtbar, verbindet eine schwierige, spannungsvolle Beziehung voller Rivalität. Nachdem Leas erstgeborener Sohn Ruben wohlriechende Dudaim-Beeren (der Bibel nach gelbe Beeren einer zum Liebeszauber dienenden Nachtschattenart), gefunden hatte, feilschen beide Schwestern darum, wer diese Beeren haben dürfe.
Berchem war berühmt für seine kleinen Landschaftsdarstellungen. Möglicherweise schuf er jedoch einige großformatige Historiengemälde, wie das Berliner Bild oder das Den Haager Werk „Die Kindheit des Zeus“, als Demonstration seiner Fähigkeiten, um sich als Maler für den Oranje Saal im Huis ten Bosch, dem Sitz des niederländischen Statthalters, zu empfehlen. Letztlich bekamen jedoch andere Maler diese Aufträge.

SIGNATUR / INSCHRIFT: unten links Berchem f.

Vermutlich im Mai 1945 im Leitturm des Flakbunkers im Berliner Friedrichshain vernichtet.
________________________________________________________________

Most likely destroyed in May 1945 in the control tower of the flak tower in Berlin Friedrichshain.

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

Additional items from the collections

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.