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Die Lorcher Kreuztragung aus St. Martin in Lorch am Rhein; Mutterdatensatz (Ausnahmetatbestand)

Ident. Nr.: 8499

ObjID: obj:870065

Details (expert)

Date(s)
Datierung: um 1425
Systematics/Type
Material / Technique
Terracotta mit alter Fassung
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 93 x 149 x 33,5 cm (Gehäuse)
Höhe x Breite: 52 x 142 cm (Gruppe)

Object Description

Die Gruppe gilt als eines der Hauptwerke der mittelrheinischen Tonplastik um 1400. Mittelpunkt des Zuges nach Golgotha war die Gestalt des kreuztragenden Christus (im Gipsabguss gezeigt), der ebenso wie die Figuren der beiden Schächer und eines ursprünglich separat aufgestellten adeligen Stifters zu den Kriegsverlusten zählt. Links erblickt man trauernde Frauen, darunter die von Johannes gestützte Gottesmutter und Veronika, die den Abdruck des Antlitzes Christi auf dem Schweißtuch präsentiert, ferner Simon von Kyrene, Soldaten und Knechte. Unter ihnen befindet sich auch der Hauptmann, der später die göttliche Herkunft des Gekreuzigten erkannte. Das Gehäuse geht auf eine 1837 veröffentlichte Rekonstruktion zurück, der Maßwerkfries ist nach einem erhaltenen originalen Segment ergänzt.

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Wie Haltung und Gestik zeigen, war die Christusfigur einst Teil einer zweifigurigen Marienkrönung. Der Gottessohn thront auf einer durchgehend profilierten Bank mit glatter Rücklehne. Unter ihm befindet sich ein Sockel, dessen Profil (mit Kehlung zur mittleren Eintiefung) dem der Thronbank entspricht. Interessanterweise ist der dreiseitig vorkragende Sockel nur auf Christus bezogen, während sich die Bank ursprünglich nach links zu Maria hin fortgesetzt hat, die wahrscheinlich ebenfalls einen separaten Sockel besessen hat. Christus wendet sich lediglich andeutungsweise nach links, was nicht ausschließlich der geringen Tiefe des Reliefs zugeschrieben werden kann: Das Haupt ist – bei frontal ausgerichtetem Blick – nur geringfügig geneigt, die Knie weisen leicht nach links, der unbekleidete rechte Fuß ragt ein wenig mehr unter dem Gewand hervor. Die Rechte ist weit erhoben und vollzieht den segnenden Krönungsgestus, während die Linke vom Mantelstoff umhüllt auf dem linken Knie liegt und eine Weltkugel hält. Gemeinsam mit einer links von ihr thronenden Maria dürfte sich die Christusfigur ursprünglich im Mittelschrein eines Altarretabels befunden haben. Allein innerhalb des relativ spärlichen Überlieferungsbestands des 14. Jahrhunderts gehört die Marienkrönung zu den häufigsten Darstellungen im Zentrum von Schnitzretabeln und konnte dort etwa von verschiedenen Szenen, Heiligen oder einer Apostelreihe flankiert werden.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

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In einem Kapselrahmen wird das im Profil nach rechts ausgerichtete Brustbild des etwa dreißigjährigen König Sigismund III. Wasa aufbewahrt. Auf dem Kopf trägt er einen hohen, runden Hut, der reich mit Edelsteinen, Perlen und einer Feder geschmückt ist. Darunter schaut sein kurz geschnittenes blondes Haar hervor. Der König lässt sich gut an seinem Schnurrbart erkennen, allerdings ist der für ihn charakteristische Spitzbart inzwischen verlorengegangen. Von erlesener Eleganz zeugt die kostbare Tracht. Unter dem offenen und am Saum hermelinbesetzten Mantel erscheint ein reich geschnürtes Wams, dessen Knöpfe und Kordeln aus Kupferdrähten gebildet sind. Um den Hals trägt er eine gefältelte weiße Halskrause.Sigismund III. wurde am 20 Juni 1566 als Sohn von Johann III. Wasa von Schweden und Katharina Jagiellonika, Schwester des polnischen Königs Sigismund II. auf Schloss Gripsholm in Schweden geboren. Damit gehörte er gleichermaßen beiden Geschlechtern an. Zunächst folgte Sigismund III. 1587 Stephan I. Barthory (1522-1586) auf den polnischen Thron und als Sohn Johann Wasas wurde er 1592 schließlich auch König von Schweden. Als strenger Katholik, dem Papst stets ergeben, geriet der König aus dem Hause Wasa in zahlreiche – nicht immer erfolgreiche – kriegerische Auseinandersetzungen mit den polnischen Magnaten, aber auch mit Russen, Schweden und den Türken, die er 1621 in der Schlacht bei Chocim besiegte. Zugleich galt Sigismund III. als großer Förderer der Künste, indem er vor allem italienische Architekten an den polnischen Hof zog und eine besondere Wertschätzung für Gemälde und die Goldschmiedekunst entwickelte, in der er selbst erfolgreich dilettierte. Durch seine engen Verbindungen zum kaiserlichen Hof in Wien und Prag, wo die Medaillen- und Wachsporträtkunst großes Ansehen genoss, dürfte auch König Sigismund III. an diesen Preziosen Gefallen gefunden haben und die Bildnisse von sich und seiner ersten Frau Anna II. aus dem Hause Habsburg (sieheInv. Nr. 822) bei den bedeutenden Wachsmodellierer Antonio Abondio und seiner Werkstatt in Auftrag gegeben haben.Von dem Bildnismedaillon Sigismunds III. wie auch das seiner ersten Frau Anna II. existieren Repliken auf Schloss Gripsholm (Schweden).