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Himmelfahrt Mariae

Ident. Nr.: 17/66

ObjID: obj:870598

Details (expert)

Creator/Entity
Pierre Puget (1635-1694),
Bildhauer*in
Date(s)
Datierung: 1664/1665
Material / Technique
weißer Marmor
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 124,7 x 94 x 14 cm

Object Description

Nach seinem römischen Aufenthalt 1661/62 hielt sich der auch als Maler und Architekt arbeitende Pierre Puget bis 1668 in Genua auf. Dort führte er etliche bedeutende Aufträge aus. Während seiner Genueser Zeit entstand im Auftrag Karl II. Gonzaga auch das Berliner Marmorrelief der Himmelfahrt Mariae. Das in den Dokumenten und der zeitgenössischen Literatur als ein Werk von außergewöhnlicher Schönheit gepriesene Relief fand ursprünglich wahrscheinlich als Altarrelief in einer Kapelle des Palazzo Ducale in Mantua Aufstellung. Für das häufig dargestellte Thema fand Puget eine sowohl formal als auch ikonographisch sehr individuelle Formulierung. In seiner Vision der Himmelfahrt Mariae wendet sich die über einem offenen Sarkophag schwebende, von Wolken und Engeln getragene Gottesmutter bereits hingebungsvoll und mit barockem Pathos ihrem sie erwartenden Sohn zu. Engel, die ihre Insignien, Zepter und Krone, tragen dürfen, eilen ihr voraus.

Last updated: 03.08.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)