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Heiliger Papst

Ident. Nr.: III.37/2

ObjID: obj:870917

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Cennino di Drea Cennini (1370 - 1440),
Maler*in
Date(s)
1392–1936
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Heiliger Papst
Translation: Holy Pope
Geographical references
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technique
Pappelholz
Dimensions
Bildmaß: 100,8 x 42 cm
Acquisition
1821 Ankauf aus der Sammlung des Kaufmanns Edward Solly, Berlin

Object Description

Die beiden Tafeln sind 2008 restauriert und intensiv erforscht worden. Wie viele Zeugnisse spätmittelalterlicher Sakralkunst sind sie als Fragmente auf uns gekommen, die möglicherweise zu einem Altarwerk oder Retabel gehörten. Dort mögen sie zu den Seiten einer größeren, verschollenen Mitteltafel in ein geschnitztes Rahmenwerk eingefügt gewesen sein – als plausibel gilt auch eine Funktion als Türen liturgischer Möbel oder eines Tabernakels. Zwei weitere Tafeln desselben Gesamtwerks sind darüber hinaus bekannt, die die Heiligen Ursula und Barbara zeigen. Die vier Stücke kamen wohl zusammen zwischen 1817 und 1819 in Sollys Berliner Sammlung. Allem Anschein nach waren sie jedoch schon deutlich früher aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen worden: Nicht nur sind die inzwischen nicht mehr in Berlin erhaltenen beiden Fragmente beschnitten, sondern sie wurden auch nicht als zusammengehörig erkannt. 1820 nahm der Altertumsforscher Ernst Heinrich Toelken die Tafel mit dem Heiligen Papst auf, merkwürdigerweise als »Brustbild«. Bei der Ordnung und Inventarisierung der angekauften Sammlung 1823 verzeichnete sein Kollege Aloys Hirt, der zunächst für die künftige Gemäldeabteilung des zu gründenden Museums verantwortlich war, allein für dessen geplante Schausammlung fast einhundert Altarbilder und Fragmente des Tre- und Quattrocento aus der gerade erworbenen Sammlung Solly. Darunter fanden sich auch unsere Tafeln, die Hirt Spinello Aretino zuschrieb, was von Hirts Nachfolger Gustav Friedrich Waagen – ein seltener Fall – unwidersprochen blieb. 

Die Gemälde stammen aus dem direkten Umfeld des Giotto-Nachfolgers Agnolo Gaddi, der in den 1370er bis 90er-Jahren in Florenz eine ebenso große wie prestigereiche Werkstatt betrieb. Die beiden weiblichen Heiligenfiguren werden heute diesem Meister zugeschrieben. Komposition und Ausführung der Malerei sowie die Punzierung der Heiligenbilder erfolgten nach standardisiertem Muster und teilweise nach Schablonen. Die ungesicherte Zuschreibung an Cennino Cennini beruht auf Stilvergleichen mit Arbeiten, die dem Künstler sicher zugewiesen werden können. Dessen Ruhm gründet sich allerdings weniger auf seine Werke als auf sein Traktat Il libro dell’arte (»Das Buch von der Kunst«). Darin gibt er Einblick in Werkstattpraxis und Selbstverständnis der damaligen toskanischen Maler – »um all jene zu ermuntern, die zur Kunst kommen wollen« – und hinterließ uns so eine der Hauptquellen mittelalterlicher Malereigeschichte.

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Ein Teil einer Seitentafel eines Altarwerkes. Die traditionelle Identifizierung als Gregor der Große, seit 590 Papst, gilt heute als unsicher, weil persönliche Attribute fehlen. Die Benennung wurde wohl durch Ornat und Buch veranlasst, diese sind aber allgemeines Kennzeichen der Kirchenlehrer. Sie könnten allerdings, unter anderem, auch nur auf die Ausübung des Predigtamtes hinweisen.

SIGNATUR / INSCHRIFT: (and)ata di nro (Signor)e. Come i magi offerano

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

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