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Sturz des Phaeton

Ident. Nr.: 282

ObjID: obj:871677

Details (expert)

Creator/Entity
Herstellung: Francesco di Simone Mosca, gen. Moschino (um 1523),
Bildhauer*in
Date(s)
um 1560
Systematics/Type
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Florenz,
Stadt
Entstehungsort stilistisch: Rom,
Stadt
Material / Technique
Marmor
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 126,5 x 97 x 35,5 cm
Gewicht: 415,3 kg (Objekt ist kopflastig)

Object Description

Das mythologische Thema überliefert Ovid in den Metamorphosen. Von seinem Vater, dem Sonnengott Helios, wünscht sich Phaeton eine Fahrt mit dessen Sonnenwagen. Als er abstürzt und Gefahr droht, dass die Erde Feuer fängt, lenkt Jupiter das Gefährt in den Fluss Eridanus. Das Relief zeigt den Flussgott am unteren Bildrand links. Rechts beklagen die drei Schwestern Phaetons, die Heliaden, seinen Tod, bevor sie in Pappeln verwandelt werden. Cygnus, der Freund des Phaeton, wird in einen Schwan verwandelt, der neben der knienden Frauenfigur zu erkennen ist. Mit den größtenteils fast freiplastisch gearbeiteten und in den verschiedensten Ansichten und Drehungen gezeigten Figuren stellt Moschino eindrucksvoll seine Meisterschaft in der Bearbeitung des Marmors unter Beweis. Vor allem die subtil bewegten weiblichen Figuren liefern in der Klarheit ihrer Körperformen ein beredtes Zeugnis des Florentiner ›Disegno‹. Die tragische Geschichte Phaetons wurde im 16. Jahrhundert als moralisierendes Exemplum verstanden. In seinem Kommentar zu Dantes Inferno, in dem die Gestalt Phaetons mehrmals vorkommt, warnt der neoplatonische Schriftsteller Cristoforo Landini alle Väter, ihren Söhnen nicht jeden vermessenen Wunsch zu erfüllen.

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Kindertunika

Kindertunika

Die vollständig erhaltene Kindertunika besteht aus einem einzigen Gewebestück aus ungefärbtem Leinen. Sie wurde, wie die meisten Tuniken aus dem spätantiken bis früh-islamzeitlichen Ägypten, quer gewebt, das heißt, der Weber oder die Weberin begann und endete mit den Ärmeln. Vorder- und Rückenteil mit den typischen parallelen Zierstreifen (clavi) lagen folglich bei der Herstellung horizontal auf dem Webstuhl, der Halsschlitz dagegen senkrecht. Für die Herstellung dieser Kindertunika war eine Webstuhlbreite von mindestens 131 cm erforderlich, was der doppelten Länge der Tunika entspricht. Alle Dekorelemente, die Ärmelstreifen, die beiden clavi sowie die Hals- und Nackenborte, sind direkt in das Grundgewebe eingewirkt worden. Die farbigen Wollfäden sind in den Ärmelstreifen völlig und in den übrigen Wirkereien zum Teil ausgefallen. Auch der Halsschlitz in der Mitte des Gewebes entstand bereits während des Webvorgangs. In diesem Bereich kehrten die Schussfäden beidseitig um, wodurch man einen geraden Spalt erhielt. Die fertig gewebte Tunika hatte die Form eines großen Kreuzes. Nach der Abnahme vom Webstuhl musste sie um 90 Grad gedreht und in der Horizontalachse gefaltet werden. Die Seiten und Ärmel waren ursprünglich bis auf einen Bewegungsschlitz unter den Achseln geschlossen. Heute sind die Nähte gelöst, Spuren von Einstichlöchern und Nähgarnreste sind noch erkennbar. Die Ärmel wurden zum Handgelenk hin etwas schmaler. Dafür schlug man die Längsseiten schräg nach innen ein. Eine kleine Stopfstelle in der Mitte des Vorder- bzw. Rückenteils beweist, dass Kleidung mit großer Sorgfalt behandelt wurde, so dass sie lange getragen werden konnte.Die clavi und Ärmelstreifen sind mit jeweils einer Reihe herzförmiger roter Blätter in heller Umrandung auf grünem Grund verziert. Jede Reihe endet mit länglichen halben Ovalen. In den Zwickeln sind kleine rote Punkte zu erkennen. Die herzförmigen Blätter kehren im doppelten Zierstreifen an der Halsöffnung, diesmal jedoch liegend, wieder. Darunter setzt eine Bogenreihe an. Die Flächen zwischen den Säulen mit verdickten Enden als Basis sind mit roten, dunkelvioletten und gelben gestielten Blättern mit heller Binnenzeichnung gefüllt.Ein wellenförmiges Randmotiv, das gemeinhin als „laufender Hund“ bezeichnet wird, verläuft zu beiden Seiten der clavi und Ärmelstreifen sowie an der oberen Kante der Zierstreifen an der Halsöffnung. Diese Kante ist zusätzlich mit einer geflochtenen, rot-weißen Schnur eingefasst.Veröffentlichung: C. Fluck / K. Finneiser, Kindheit am Nil, Berlin 2009, S. 12-13, Nr. 1(Cäcilia Fluck 2017)