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Würfelkapitell mit Schaftstück

Ident. Nr.: AE 397

ObjID: obj:871924

Details (expert)

Date(s)
Datierung: Mitte 12. Jahrhundert
Systematics/Type
Material / Technique
Sandstein
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 21 x 24 x 23,5 cm (mit Schaftstück 31 cm)
Acquisition
Erworben 1915 vom Sächsischen Provinzialmuseum Halle, ohne Angabe einer älteren Inventarnummer, des Herkunftsorts oder Eingangsdatums.

Object Description

Das vegetabil gestaltete, würfelförmige Kapitell ist von allen Seiten ausgearbeitet und wird zum noch bestehenden Schaftstück hin durch einen regelmäßig gerundeten Ring, nach oben durch eine glatte quadratische Abakusplatte abgegrenzt. Es zeigt ein auffällig unsymmetrisches, schwer überschaubares vegetabiles Ornament, das in erster Linie aus fleischigen Blättern mit stark eingerollten und tief ausgekehlten Fingern besteht.
Die Größe des Stücks, seine allseitige Ausarbeitung und auch Vergleiche mit anderen Kapitellen sprechen für eine ursprüngliche Platzierung in einem mehrjochigen Raum, etwa in der Klausur eines Klosters. Die gleichzeitig entstandenen Kapitelle des Kapitelsaals des Benediktinerklosters Ilsenburg im nördlichen Harzvorland haben beispielsweise sehr ähnliche Maße

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Last updated: 12.04.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Die Patene gehört zu einer durch zahlreiche ähnliche Objekte relativ gut bekannten Gruppe liturgischer Gefäße, die vermutlich überwiegend in Konstantinopel gefertigt wurden. Auf dem Rand sind die Einsetzungsworte der byzantinischen Liturgie in sorgfältiger Schrift eingraviert: ΛAB(ETE) ΦAΓETE TOYTO AI(C)TIN TO COMA MO(Y) TO Y(ΠE)P YM(ON) (K)ΛOMAINON IC AΦECCIN AMAPTION AMHN (Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde zur Vergebung der Sünden. Amen). Im Zentrum der dreifigurigen Komposition steht der bärtige Christus auf einem Bema in leichter Ponderation, bekleidet mit Tunika und Pallium. In der Linken hält er ein Evangelienbuch, die Rechte ist segnend vor der Brust erhoben. Das langgestreckte Haupt wird von einem Nimbus mit diagonal eingeschriebenem Kreuz umgeben. Zu beiden Seiten der Beischriftkürzel IC XC für »Iesous Christos«. Auf dem Ehrenplatz zu seiner Rechten steht der hl. Stephanos mit Beischrift O (mit eingeschriebenem A) CTEΦANOC (der hl. Stephanos), jugendlich und bartlos, mit Nimbus und bekleidet mit den Gewändern eines Diakons. Mit der Rechten schwenkt er an einer Kette ein Räuchergefäß, in der Linken hält er vermutlich eine Pyxis. Zur Linken Christi steht Kaiser Konstantin d. Gr., der in Byzanz als Heiliger verehrt wurde und daher vor seiner senkrecht angebrachten Namensbeischrift KONCTANTINOC das Kürzel O mit eingeschriebenem A für »der hl. Konstantinos« führt. Er ist mit dem für die mittelbyzantinische Zeit typischen Kaiserornat bekleidet – dem Sakkos und dem kunstvoll drapierten und reich mit angedeutetem Edelsteinbesatz verzierten Loros. In der Rechten hält er das mit einem Kreuz bekrönte Szepter, in der Linken die Sphaira, ebenfalls mit einem Kreuz. Im Unterschied zu den meist großformatigen, oft mit Stifterinschriften versehenen Silberdiskoi der frühbyzantinischen Zeit waren die eher bescheidenen mittelbyzantinischen Patenen aus Kupferblech wohl Massenproduktion für den Bedarf der zahllosen Kirchen.