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Liebesgarten

Ident. Nr.: K 3055

ObjID: obj:882142

Details (expert)

Date(s)
1579
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Material / Technique
Speckstein
Dimensions
Durchmesser: 16,3 cm
Durchmesser: 14,5 cm (Darstellung)
Dicke: 4 cm

Object Description

Derartige Tonmodel dienten vor allem der Herstellung von festtäglichem Backwerk, das zu Hochzeiten oder anderen besonderen Anlässen hergestellt wurde. Aber auch ihre Verwendung für die Anfertigung von Reliefs aus Papiermaché ist nachgewiesen. Ursprungsform für die oft in zahlreichen Exemplaren vervielfältigten Backmodel aus gebranntem Ton waren zumeist Patrizen aus Speckstein oder Solnhofener Kalkstein (sog. "Kuchensteine").
Die Darstellung auf diesem Model zeigt zwei Liebespaare unter einem Baum an einem Brunnen in einem Garten sitzend. Der Herr des einen Paares musiziert auf einer Laute, der des anderen hält eine Vase,in welche seine Dame einen Blütenstängel steckt. Von einer Seite nähert sich ein einzelner Herr mit einem großen Trinkglas, einem sogenannten Krautstrunk. Am anderen Bildrand sitzt ein Narr auf einem Steinquader, der die Jahreszahl [15]79 sowie die unaufgelöste Abbreviatur "pni" trägt. Über den Köpfen der Dargestellten erscheint unterhalb der Baumkrone ein Inschriftband mit folgendem Text: "frölich in eren / sol nimant weren". LL

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa