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Herkules und Omphale

Ident. Nr.: K 8718

ObjID: obj:882753

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Balthasar Permoser (13.8.1651 - 20.2.1731),
Bildhauer*in
Date(s)
Anfang 18. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Material / Technique
Elfenbein, geschnitten und poliert
Dimensions
Höhe x Breite: 22 x 17 cm
Acquisition
Nachlass-Stiftung des Rentiers Jakob Wilhelm Mossner (1809-1873)

Object Description

Die Darstellung von Herkules und Omphale nimmt ein im Barock besonders beliebtes und gerade auch für herrschaftliche Geschenke - wie es solcherart preziöse Elfenbeingruppen wohl häufig waren - reizvolles Thema der antiken Mythologie auf: Omphale, Königin von Lydien, hatte Herkules als Sklaven gekauft, wie es diesem durch Orakelspruch auferlegt war. Er verbrachte drei Jahre im Dienst der Königin. Als sie erfuhr, wer der Sklave war, nahm sie ihn zum Gemahl. In blinder Liebe zu ihr und verweichlicht durch üppiges Leben ließ sich Herkules auf Geheiß der Königin dazu herab, Wolle zu spinnen und andere Frauenarbeit zu verrichten, wogegen Omphale sein Löwenfell trug, wie es die Elfenbeingruppe darstellt. Nach drei Jahren erkannte der Held seine Verblendung und verließ Omphale.
Darstellungen von Herkules und Omphale in Elfenbein spielen im Schaffen des Bildhauers Balthasar Permoser eine besondere Rolle. Vier sehr ähnliche Versionen sind bekannt, die sich jedoch in Details und auch in ihrem künstlerischen Rang unterscheiden. Zwei der um 1700 entstandenen Gruppen befinden sich im Grünen Gewölbe zu Dresden, eine dritte in der Eremitage zu St. Petersburg. Die vierte ist die des Berliner Kunstgewerbemuseums. Eine der beiden Dresdner Gruppen wurde von Permoser signiert. Sie bildet die Grundlage für die Zuscheibung der drei anderen. Das Berliner Werk zeigt nicht nur die merkwürdige Kombination der rundplastisch gearbeiteten Figuren des Herkules und des Cupido mit der rückseitig beschnittenen und für eine andersartige Montage vorbereiteten Omphale zun einer Gruppe, sondern auch deutliche Unterschiede in der künstlerischen Qualität der einzelnen Figuren: Während der Herkules voll physischer Spannkraft dargestellt ist und Oberfläche und Körper höchst artifiziell aufeinander bezogen sind, erscheint die Omphale-Figur bildhauerisch weniger raffiniert gearbeitet. Dies ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass nicht alle Teile der Gruppe von Permoser eigenhändig geschaffen worden sind.
Lothar Lambacher

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa