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Darstellung der Bekränzung des Herakles

Ident. Nr.: K 3116

ObjID: obj:883195

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Ferdinand Murmann (1604–1675),
Bildhauer*in
Ausführung: Andreas I. Wickert (1600 - 1661),
Goldschmied*in
Date(s)
um 1650
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 39,7 x 28 x 23 cm

Object Description

Der Humpen folgt in seiner Form der natürlichen, leicht gekrümmten und im Querschnitt ovalen Form des Elefantenstoßzahns. Die Hauptszene ist in eine der beiden breiten Seiten geschnitzt, sodass sie betrachtet werden kann, während man den Griff des Gefäßes mit der Rechten fasst: Herakles, bekleidet mit dem Fell des Nemeischen Löwen, wird durch eine bekrönte weibliche Figur mit Lorbeer bekränzt. Der Held hat die Keule abgelegt und stellt seinen linken Fuß darauf – die zwölf Herkulestaten sind geleistet, der Heros ist in die Welt der Götter auf den Olymp entrückt und hat Unsterblichkeit erlangt. Nach der Versöhnung mit seiner ewigen Verfolgerin Hera, der Gemahlin des Zeus, gaben ihm die Götter deren Tochter Hebe, die Göttin der Jugend, zur Frau.
Der Figurenfries an der Wandung des Deckelhumpens zeigt den gealterten Herakles umgeben von reizvollen Nymphen, jugendlichen Satyrn und verspielten Putten. Das Thema der Darstellung zielte offenbar bewusst auf jene herrschaftlichen Käufer solcher Prunkgefäße ab, die sich mit dem antiken Helden identifizieren wollten. Die Reliefs führen das Schönheitsideal des mittleren 17. Jahrhunderts anschaulich vor Augen. Die ihnen gewiss zugrunde liegenden grafischen Vorlagen konnten bislang noch nicht identifiziert werden. Der Elfenbeinschnitzer, wohl der Augsburger Ferdinand Murmann (1604–1675) aus dem Umkreis des Bildhauers Georg Petel (1601/02–1634), hat es – wie die Rückenfigur in der Detailabbildung zeigt – nicht immer vermocht, die gezierten Körperwendungen der Figuren anatomisch korrekt auszuführen.
Das Werk zählt zu einer kleinen Gruppe eng verwandter Elfenbeinhumpen mit Silbermontur, deren Entstehung in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Augsburg durch die Stadtmarke und das Meisterzeichen des Goldschmieds Andreas I Wickert (1600–1661) gesichert ist. LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa