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Kelchglas mit Bacchuszug

Ident. Nr.: K 795

ObjID: obj:883254

Details (expert)

Involved
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Dating
Ausführung: 1710-1736
Geographical references
Dimensions
Höhe: 15,8 cm
Durchmesser: 7 cm (Mündung)
Wandstärke: 0,25 cm

Object Description

Kelch aus farblosem, leicht gelbstichigem Glas mit ansteigendem Fuß dekoriert mit einem Spitzblattfries, Abrissnarbe am Boden, dem am Ofen geformten Schaftbaluster wurde eine längliche Luftblase eingestochen, darüber ein kleiner Nodus. Sowohl der Baluster als auch der Nodus sind mit einem Kranz aus Oliven verziert. Am Ansatz der becherförmigen Kuppa wiederholt sich der Spitzblattdekor vom Fuß, dazu eine Reihe kleiner geblänkter Oliven, die Kuppawandung ist umlaufend mit dem mattgeschnittenen Triumphzug des Bacchus auf einem baumbestandenen Landschaftssockel dekoriert: der einen Pokal haltende Weingott sitzt auf einem Fass in einem Wagen, gezogen von einem Pferd, auf dem ein Amorknabe reitet. Die Gegenseite trägt die Darstellung eines zweiten Amorknaben mit Früchtekorb. Den verwärmten Mündungsrand schmückt ein Kranz aus mattgeschnittenen Kugeln. Der Dekor vereint typische Motive des brandenburgisch-preußischen Glasschnitts: Auf zahlreichen anderen Gläsern ist der Bacchuszug dargestellt, der Wagen mal von Leoparden, mal von Panthern, mal von Bacchanten gezogen (vgl. Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nrn. II 60/229 A und II 62/517 A; Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Inv. Nr. XIII 1022; Schade, Deutsches Glas, 1968, Taf. 60–62; Papendorf, Märkische Gläser, 1965, Abb. 57, S. 146). Amor- oder Bacchusknaben sowie sogenannte "Früchtekinder" mit Körben voller Früchte und Blumen sind überdies wiederkehrende Themen. Die Bestimmung dieses Potsdamer Kelchs als Weinglas spiegelt sowohl das Sujet, als auch im Kleinen der abgebildete Pokal. Der etwas grob bzw. einfach ausgeführte Schnitt auf diesem Kelch spricht für eine Werkstattarbeit, wie auch der nicht versenkte Spitzblattdekor sowie der unpolierte Kugelfries am Mündungsrand. Das Glas stammt aus der Königlichen Kunstkammer, Berlin. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 22.06.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."

Les Iris ("Toutes les âmes sont prêtes...")

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