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Personifikationen der Frühlingsmonate

Ident. Nr.: K 8863

ObjID: obj:883675

Details (expert)

Creator/Entity
Date(s)
1659 - 1674
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Danzig
Material / Technique
Silber, teilweise vergoldet
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 20 x 15,5 cm (am Fuß)
Acquisition
Nachlass-Stiftung des Rentiers Jakob Wilhelm Mossner (1809-1873)

Object Description

An der Wandung dieses Deckelhumpens mit Henkel im Knorpelwerkstil befinden sich drei aus Akanthuslaub gebildete Kartuschen. Sie enthalten Darstellungen geflügelter Putten in antikischer Tracht mit Schild und Blumenstrauß, im Hintergrund gravierte Landschaften. Auf den Schilden der Putten erscheinen die Tierkreiszeichen Widder, Stier und Zwillinge. Mit seinen reichen Blumendarstellungen und den Tierkreiszeichen symbolisiert der Deckelhumpen den Frühling. Zugehörig ist ein ähnlicher Humpen mit Darstellungen der Sommermonate im Danziger Nationalmuseum. Beide sind im Auftrag des Danziger Bürgermeisters Nicolaus von Bodeck (1611-1674) entstanden. Dessen Wappen und Monogramm sind beim Berliner Exemplar in die Innenseite des Deckels graviert.
Lothar Lambacher

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa