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Pokal mit dem Doppelbildnis Friedrich Wilhelms I. und Sophie Dorotheas

Ident. Nr.: W-1977,85

ObjID: obj:884303

Details (expert)

Involved
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Sophie Dorothea (Preußen, Königin) (1687 - 1757),
Dargestellt
Friedrich Wilhelm I. (Preußen, König) (1688 - 1740),
Dargestellt
Dating
Ausführung: um 1735
Geographical references
Dimensions
Höhe: 21,1 cm
Durchmesser: 10,5 cm (Fuß)
Durchmesser: 9,3 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,4 cm

Object Description

Pokal aus farblosem, manganstichigem Glas, Abriss am Boden, leicht ansteigender Fuß mit einem Fries aus dicht nebeneinander gesetzten, vergoldeten Oliven mit Ovalaugen, der hohe Schaft ist aus drei vergoldeten Nodi zwischen Kehlungen komponiert, davon einer wabenfacettiert und einer mit einem Kranz aus geschliffenen Kerben. Die becherförmige, niedrige Kuppa ist am Ansatz mit einem versenkten und teilvergoldeten Rundbogendekor verziert, die Schauseite der Kuppa trägt eine von der Bügelkrone bekrönte Rollwerkkartusche mit dem Doppelbildnis König Friedrich Wilhelms I. von Preußen und seiner Gemahlin Sophie Dorothea (reg. 1713–1740). Gerahmt wird die Kartusche von gekreuzten Palmzweigen und einer Kette aus vierzehn kleinen Medaillons mit den Monogrammen ihrer vierzehn Kinder, die von zwei preußischen Adlern getragen wird: FCP (Friedrich Cron Prinz), F (Friedrich), FCW (Friedrich Wilhelm Cronprinz), C (Charlotte), AW (August Wilhelm), FHL (Friedrich Heinrich Ludwig), AF (August Ferdinand), AA (Anna Amalie), LU (Luise Ulrike), SDM (Sophie Dorothea Marie), PC (Philippine Charlotte), FL (Friederike Luise), FSW (Friederike Sophie Wilhelmine), EC (Elisabeth Christine) – es der als Säugling verstorbene Ludwig Karl Wilhelm, dafür wurde die Gemahlin des späteren Friedrich II., Elisabeth Christine, mitaufgenommen. Der verwärmte Mündungsrand ist vergoldet. Das Glas ist fortgeschritten krank, ein größerer Ausbruch quer durch das Bildnismedaillon wurde geklebt. Das Doppelbildnis des Königspaares mit den Monogrammen seiner Kinder ist auf mehreren Glaspokalen mit Schnittdekor allerdings ohne Vergoldung überliefert (Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 94/46 A und II 97/144 A; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 7 und 8, S. 15, 20; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 28.5). Gut möglich, dass diese Gruppe anlässlich des 30. Hochzeitstages des Königspaares am 28.11.1736 entstanden ist. Elisabeth Christines Monogramm findet sich ebenfalls auf zwei der anderen Gläser, allerdings zeigen diese fünfzehn kleine Medaillons in der Kette. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 26.06.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR

Ausfall aus einer belagerten Stadt

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Das kleine, von einem schmalen silbergelben Rahmen eingefasste Kabinettstück ist auf Nahsicht angelegt. Rechts im Bild erblickt man eine Stadt, die durch eine hohe Mauer und dicke wehrhafte Türme, einen Festungsgraben und einen niedrigen Wall geschützt ist. Von den Hausdächern wehen breite, gelbweiß gestreifte Fahnen, und links auf einer halbrunden Bastion zeigen dicke Rauchwolken, dass dort soeben zwei Feldschlangenabgeschossen wurden. Aus dem Stadttor rechts quillt ein breiter Strom von Fußsoldaten, bewaffnet mit Lanzen und Musketen, und strebt, angeführt von einem berittenen Offizier, den feindlichen Truppen am linken Bildrand entgegen, die sie freilich schon mit angelegten Gewehren erwarten. Während die ersten Söldner das Gefecht bereits eröffnet haben, sieht man im Hintergrund eine Kompanie Reiter mit erhobenem gelb-weiß gestreiftenBanner, die sich in gestrecktem Galopp der feindlichen Kavallerie entgegenwirft.Die Darstellung ist mit Sorgfalt gezeichnet, Stadtmauer, Dächer, Pferde und einzelne Kleidungsstücke sind in hellem Eisenrot, Rahmen und Fahnen in orangegelbem Ton, Bäume und Rasen in sehr lichtem Silbergelb koloriert. Ob die Scheibe als Einzelstück Verwendung fand, ist nicht gewiss, ihres schmalen Formats wegen mag sie auch als Oberbild etwa eines Wappens gedient haben.Anhaltspunkte für die Datierung bietet die Tracht der Soldaten, deren knielange Pluderhosen wie die von hohen Stoffhüten verdeckten Helme ab 1540/50 in Mode waren. Die Stadt weist eine vage Ähnlichkeit zu Nürnberg auf, doch lässt sich die Glasmalerei wegen ihres schmalen Formats mit keinem der dort erhaltenen Stücke vergleichen. Vielmehr erinnert die Schlachtenszene an typische Sujets in den Oberbildern der SchweizerScheiben, weshalb man annehmen möchte, dass sie von dorther stammt.CVMA 98776