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Tageskleid aus blau-braun changierendem Seidendamast mit Karomuster

Ident. Nr.: 2003,KR 164

ObjID: obj:884323

Details (expert)

Dating
um 1845
Dimensions
Länge: VL./RL. 133 cm

Object Description

Das schlichte, hochgeschlossene Kleid fasziniert mit dem Raffinement seiner Musterung. Die Verwendung von blauen Kettfäden mit cognacfarbenem Schuss in Kombination mit meisterhaft gewähltem Bindungswechsel von Leinwand- und Atlasbindung ergibt eine Fülle von unterschiedlichen Rechteckformen, die immer wieder neu erscheinen und ein "Vexierspiel" der Farben und Formen entstehen lassen. Ein zusätzlicher Effekt wird in einigen Karoblöcken durch ein feines Innenmuster aus horizontalen Streifen erzeugt. Das anliegende Oberteil des Kleides reicht bis zur natürlichen Taille und läuft in der vordern Mitte in einer kleinen Schneppe aus, im Rücken ist der Abschluss gerade. Die langen, schmalen Ärmel sind an der stark überschnittenen Schulter eingesetzt und mit kleinen Überärmeln verziert, den sogenannten Jockeys. Diese Überärmel sind mit einer breiten gezogenen Bandrüsche in Dunkelblau besetzt, dem einzigen Schmuck des Kleides. Der aus fünf Bahnen bestehende Rock ist in der Taille stark geriehen und gibt ihm die gebauschte Weite. Das Kleid ist vollständig mit feinem, geschintztem Leinen gefüttert. CHWA

Last updated: 30.06.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR