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Tageskleid aus blau-braun changierendem Seidendamast mit Karomuster

Ident. Nr.: 2003,KR 164

ObjID: obj:884323

Details (expert)

Date(s)
um 1845
Dimensions
Länge: VL./RL. 133 cm

Object Description

Das schlichte, hochgeschlossene Kleid fasziniert mit dem Raffinement seiner Musterung. Die Verwendung von blauen Kettfäden mit cognacfarbenem Schuss in Kombination mit meisterhaft gewähltem Bindungswechsel von Leinwand- und Atlasbindung ergibt eine Fülle von unterschiedlichen Rechteckformen, die immer wieder neu erscheinen und ein "Vexierspiel" der Farben und Formen entstehen lassen. Ein zusätzlicher Effekt wird in einigen Karoblöcken durch ein feines Innenmuster aus horizontalen Streifen erzeugt. Das anliegende Oberteil des Kleides reicht bis zur natürlichen Taille und läuft in der vordern Mitte in einer kleinen Schneppe aus, im Rücken ist der Abschluss gerade. Die langen, schmalen Ärmel sind an der stark überschnittenen Schulter eingesetzt und mit kleinen Überärmeln verziert, den sogenannten Jockeys. Diese Überärmel sind mit einer breiten gezogenen Bandrüsche in Dunkelblau besetzt, dem einzigen Schmuck des Kleides. Der aus fünf Bahnen bestehende Rock ist in der Taille stark geriehen und gibt ihm die gebauschte Weite. Das Kleid ist vollständig mit feinem, geschintztem Leinen gefüttert. CHWA

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa