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Vase mit geschnittenem Lotosblütendekor und Holzsockel

Ident. Nr.: 1884,1141 a,b

ObjID: obj:884941

Details (expert)

Date(s)
Qing-Dynastie, Qianlong-Ära (1735-1796), um 1740/50
Geographical references
Entstehungsort: China
Dimensions
Höhe: 15,5 cm (Vase ohne Sockel)
Breite: 12,1 cm (Vase)
Tiefe: 10,6 cm (Vase)
Höhe: 5,3 cm (Sockel)
Breite: 5,3 cm (Sockel)
Tiefe: ca. 8,5 cm (Sockel)

Object Description

Die eiförmige Vase besteht aus opakem türkisblauem Glas, das dickwandig mit opakem rot-braunem Glas überfangen (überstochen) ist. Der Dekor in poliertem Hochschnitt zeigt ein Relief aus einer großen Lotosblüte mit zwei Knospen in verschiedenen Entwicklungsstadien sowie eine fliegende Libelle, zwei Zweige und drei Blätter. Der Untergrund ist mit einem Flachrelief aus unregelmäßigen Zweigstrukturen und Durchbohrungen unterhalb des welligen Mündungsrandes dekoriert. Der Holzsockel besteht aus zwei zusammengesetzten Teilen und weist einen Schnitzdekor aus wasserartigen Wirbeln und Schaumkronen.
Zu den frühen Erwerbungen des Berliner Kunstgewerbemuseums zählen auch Ostasiatika. Das Museum verstand sich damals als Vorbildersammlung und Ideengeber für die zeitgenössische Kunst(gewerbe)-Produktion. Von der Kunst und Ästhetik Ostasiens versprach man sich neue Impulse.
Eine umfangreiche Sammlung japanischer und vor allem chinesischer Kunstwerke stammt aus dem Besitz des deutschen Gesandten in Peking, Max von Brandt (1835-1920). Die 1885 im Berliner Kunstgewerbemuseum anlässlich dieser Neuerwerbung ausgestellten chinesischen Überfanggläser beeinflussten die Glaskunst von Émile Gallé (1861-1904).

Bezeichnung: Chinesische Schriftzeichen in vertikaler Anordnung in Liniengravur (auf halber Wandungshöhe)

Lit.: Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 180f.; Claudia Kanowski, "Das Kunstgewerbe sucht begehrlich nach frischen Motiven". Die Ostasiatika-Sammler Max von Brandt und Ernst Ohlmer im Kontext der Gründung des Berliner Kunstgewerbemuseums vor einhundertfünfzig Jahren, in: Matthias Weiß u.a. (Hg.): Wechselblicke. Zwischen China und Europa 1669-1907, Ausst. Kat. Kunstbibliothek SMB, Berlin, Petersberg 2017, S. 89.; Arthus Pabst: Chinesische Glasarbeiten, in: Kunstgewerbeblatt 1 (1885), S. 41, Abb. 2.

ClKa

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa