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Deckelpokal mit Venus in der Schmiede des Vulkan

Ident. Nr.: 1886,261 a,b

ObjID: obj:885070

Details (expert)

Date(s)
1720-1735
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Potsdam
Material / Technique
farbloses Glas, Schnitt, Schliff

Object Description

"Deckelpokal mit Venus in der Schmiede des Vulkan. Venus und Amor sehen dem mit zwei Knechten am Ambos arbeitenden Vulkan zu. Hinter der Schmiede; ein Knecht zieht den Blasebalg, daneben liegen Harnisch und Waffen. Hinter Venus der  mit zwei Tauben bespannte Wagen. Fuß, Unterteil der Kuppa und der Deckel gemuschelt; die Knäufe mit Zellenfacetten bedeckt, im Innern mehrere Reihen Luftblasen. Am Lippenrand plastische Quaderborte. Glas hell und gesund."
aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 31, Nr. 2

Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen.
MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa