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urnenförmige Vase mit geometrischem Ornament

Ident. Nr.: W-1971,3

ObjID: obj:885308

Details (expert)

Creator/Entity
Claudius Linossier (1893–1953),
Emailleur
Date(s)
um 1925
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Paris

Object Description

Im Art Deco wurde auf dem Gebiet der Verarbeitung unedler Metalle endgültig nachgeholt, was für die sonstigen kunsthandwerklichen Materialien schon im Historismus erfolgt war: Die Auslotung aller technischen Möglichkeiten zu neuer dekorativer Gestaltung. Der Franzose Jean Denand (vgl. Inv. Nr. 1971,4) ist darin vorangegangen, indem er schon bald nach 1900 Zinn und andere unedle Metalle mit Blei, Nickel, Stahl, Gold und Silber, Email, farbigem Lack, ja sogar mit Eierschalen, gemeinsam verarbeitete. In seiner Nachfolge kam auch der etwas jüngere Claudius Linossier zu meisterhaften Ergebnissen. Seine urnenförmige Vase, deren einfaches Ornament von frühgeschichtlicher oder afrikanischer Gefäß-Keramik inspiriert zu sein scheint, ist aus Kupfer, und die Muster sind im Feuer rot patiniert oder geätzt und anschließend mit Gold, Silber oder Ferronickel plattiert.
B. Mundt, Bildführer KGM, 1985/89, Kat. Nr. 334
MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa