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Ranftbecher mit Kornähren und Schmetterlingen

Ident. Nr.: W-1971,66

ObjID: obj:885439

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Anton Kothgasser (1769 - 1851),
Hersteller*in
zugeschrieben: Joseph Havliczek (um 1815 - 1835),
Hersteller*in
Date(s)
um 1820
Geographical references
Entstehungsort: Böhmen
Entstehungsort: Wien
Dimensions
Höhe: 11,2 cm

Object Description

"Zart und stimmungsvoll wirkt die in Transparentemailfarben auf das klare Glas gemalte Darstellung eines Kornfeldes. Die Kornähren scheinen sich im Wind zu wiegen, blaue Kornblumen und roter Klatschmohn setzen Farbakzente. Fünf Schmetterlinge fliegen über das Feld. Die Transparenz des Glases und der aufgetragenen Farben führt zu dem reizvollen Effekt, dass der Dekor der gegenüberliegenden Wandung durch das vordere Motiv hindurchscheint, so dass Dichte und Bewegung des Kornfeldes fein nachempfunden werden. Der untere breite Rand (Ranft) der vorkragenden Fußplatte ist mit einem geschliffenen Goldkantendekor versehen. Den oberen Lippenrand ziert ein schmales, gelbgeätztes Band mit einer Abfolge aus Vergissmeinnicht und liegenden, dreizackartigen Ornamenten. Glas ist ein Material mit vielfältigen Gestaltungs- und Wirkungsmöglichkeiten. Es kann opak wie ein Halbedelstein wirken oder zart und fragil. In heißem Zustand kann es geformt und überfangen, in kaltem Zustand geschliffen und bemalt werden. Der Becher könnte eine Gemeinschaftsarbeit des Wiener Porzellan- und Glasmalers Anton Kothgasser (1769–1851) und des böhmischen Malers Joseph Havlic[z]ek (Hablischek, Lebensdaten unbekannt) gewesen sein. Kothgasser war zunächst ab 1784 an der Wiener Porzellanmanufaktur als Dessin- und Goldmaler tätig, widmete sich ab 1816 jedoch zunehmend der Glasmalerei, wobei er mit anderen Malern, wie Havlic[z]ek, zusammenarbeitete. Die Motivik des Ährenfeldes mit Schmetterlingen findet sich auch in der gleichzeitigen Porzellanmalerei. Botschaften in Form von Natursymbolen zu überbringen, war in der Biedermeierepoche beliebt. Bisweilen integrierte man in den Dekor erläuternde Bildunterschriften. So standen Ähren und Feldblumen für Fruchtbarkeit, Schmetterlinge für Flatterhaftigkeit, aber auch Unsterblichkeit." (Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 161)

ClKa

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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