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Gießgefäß in Form eines Elefanten

Ident. Nr.: K 3900

ObjID: obj:885834

Details (expert)

Involved
Christoph Jamnitzer (11.5.1563 - 22.12.1618),
Goldschmied*in
Dating
um 1610
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 43 x 29 x 13 cm

Object Description

Der Kriegselefant trägt über einer verzierten Schabracke einen achtseitigen Turm, von dem aus fünf antikisch gewandete Krieger nach allen Seiten Speere und Steine schleudern oder Pfeile verschießen. Auf dem Kopf des Tieres sitzt als Lenker ein dunkelhäutiger Kämpfer, der mit der Rechten einen Speer kraftvoll nach unten stößt. Die dynamische Gestaltung der Krieger und der bemerkenswerte Naturalismus in der Darstellung des Elefanten sind charakteristische Merkmale einer neuen Entwicklungsstufe der deutschen Goldschmiedekunst, die um 1600 hinsichtlich der Bewältigung figürlicher Darstellungen auf eine Stufe mit der Bildhauerei gelangte.
Zwar endet der Rüssel des Elefanten in zwei kleinen Ausgüssen, da aber kein Einguss vorhanden ist, konnte das „Gießgefäß“ zur Handwaschung bei festlichen Tafeln praktisch keine Verwendung finden, es besaß vielmehr rein repräsentativen Charakter. Als es 1694 in die Kunstkammer der Hohenzollern gelangte, war noch ein zugehöriges Becken vorhanden, das aber 1752 abgegeben wurde und verschollen ist.
Das Aussehen dieses Gießbeckens ist durch einen 1704 veröffentlichten Kupferstich überliefert. Dort nennt die Inschrift einer Kartusche den Urheber des Beckens: CHRISTOFORUS JAMNITZER NORICUS INVENT ET FEC[IT] („Christoph Jamnitzer der Nürnberger hat es entworfen und gemacht“). Da der Elefant nicht gemarkt ist, sind wir allein durch diese Nachricht davon unterrichtet, dass Christoph Jamnitzer (1563–1618) diese Lavabo-Garnitur geschaffen hat. Das vielfigurige Relief im Grund des Beckens zeigte eine dramatische Schlachtenszene mit zahlreichen Kriegselefanten im Hintergrund. Ein Schriftband des Stichs erläutert die Abbildung: PRAELIUM SCIPIONIS & HANNIBALIS („Schlacht Scipios und Hannibals“) – dargestellt war demnach die Schlacht bei Zama (202 v. Chr.) im Zweiten Punischen Krieg zwischen den Römern und Karthagern. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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