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Lachsrotes, halbversteiftes Mieder

Ident. Nr.: 2003,KR 17

ObjID: obj:886981

Details (expert)

Date(s)
um 1750
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Dimensions
Länge: vorn 40,5 cm
Länge: hinten 37 cm

Object Description

Neben vollversteiften Korsetten trugen Frauen zu weniger formellen Anlässen nur vorderseitig versteifte Mieder. Dieses ärmellose Mieder mit versteifter Brustpartie ist mit prächtiger lachsfarbener Seide in Cannelébindung bezogen.Vielfarbige Blütenbouquets stehen zwischen aufsteigenden Wolkenbändern. Bei der Verarbeitung des Gewebes wurde auf eine sorgfältige symmetrische Musterverteilung geachtet. Jedes Vorderteil ist mit 30 Fischbeinstäben, die fächerförmig angeordnet sind versteift. Vier Längsstäbe und zwei dickere Vierkantstäbe verstärken die Vorderkanten und bilden ein tief nach unten gezogenes Blankscheit. Über den Hüften hat das Mieder kurze Schößchen, seine Träger sind im Rücken angeschnitten. Die Armlöcher und der Hüftbogen sind mit Veloursleder eingefasst. ChrW

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa