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Sturzbecher mit Flammenbekrönung und Medaillon

Ident. Nr.: 1913,61

ObjID: obj:887500

Details (expert)

Date(s)
um 1715-1720
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Potsdam
Material / Technique
farbloses Glas, Schnitt, Schliff, Rubinglas

Object Description

"Sturzbecher mit Flammenbekrönung aus Rubinglas. Auf dem kegelförmigen Becher bekröntes Ovalmedaillon mit zur Sonne fliegendem Adler und "Non soli cedit". Ringsum Trophäen mit FWR. Oben aufgeschmolzen ein farbloser Kragen, darauf mehrere geschnittene Bomben. Der Kugelknauf farblos mit fünf z. T. beschädigten Flammen aus hellrotem Rubinglas. Dazu gehört eine flaschenkürbisförmige Flasche, über die der Becher als Deckel gestülpt wird. Glas hell und gesund."
aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 29, Nr. 3

Der Sturzbecher und die zugehörige Flasche (1913,62) sind seit dem II. Weltkrieg verschollen.
MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa