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Weinkanne mit mythologischen Reliefs

Ident. Nr.: 1924,10 a,b

ObjID: obj:888142

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Johann Andreas Thelott (1655–1734),
Silberschmied*in
Date(s)
1655 bis 1734
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Augsburg (Deutschland)
Material / Technique
Silber, gegossen, getrieben
Dimensions
Höhe: 14 cm (ohne Deckel)

Object Description

Das Gefäß trägt reichen Reliefschmuck, der sich aus zartesten Stufen zu vollplastischen Formen entwickelt. Die lebhaft bewegte Oberfläche läßt den Dekor nicht mehr wie bei vielen Edenmetallarbeiten früherer Zeit als aufgelegte Schicht, sondern der Gefäßform organisch eingebunden erscheinen. Johann Andreas Thelot war ein in seiner Zeit hochgeschätzter Silberschmied, der sich besonders auf getriebene Arbeiten spezialisiert hatte. Gerühmt werden seine "schönen Erfindungen, die Kenntnis der alten Geschichte der Fabel, der heidnischen Götterlehre und der Allegorie". Bei den Reliefdarstellungen der Kanne, von der noch zwei weitgehend übereinstimmende Wiederholungen bekannt sind, handelt es sich um Szenen aus dem bacchischen Motivkreis, dem auch der als Deckelknauf dienende Putto auf einem Faß zugehört - ein Hinweis auf die Zweckbestimmung des Gefäßes.
Stefan Bursche
aus Bildführer Kunstgewerbemuseum Berlin, 1985/89, Kat. Nr. 241
MAKR

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa