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Kabinettschrank mit Steineinlagen und Goldlackmalerei

Ident. Nr.: 1933,26

ObjID: obj:888664

Details (expert)

Creator/Entity
Date(s)
um 1570
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Venedig
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 81 x 112 x 49 cm

Object Description

Im Inneren dieses großen Kabinettschranks offenbart sich eine nach venezianischer Architektur gestaltete Front. Die Goldlackmalerei mit ihrem Maureskendekor wurde von den Venezianern als ›alla zemina‹ oder ›petteniera turchesca‹ – in der persischen oder türkischen Manier – bezeichnet und gehört zu den ersten europäischen Lackarbeiten. An ihre Seite treten die farbige Pracht verschiedenster Halbedelsteine sowie die schillernde Farbigkeit von bemaltem Perlmutt.
Die Frontklappe des Kabinettschranks ist ungewöhnlich konzipiert, lässt sie sich doch ganz herunterklappen: So scheint der prachtvolle Kasten auf einem schlichten Tischgestell zu stehen, das mit einem kostbaren orientalischen Teppich gedeckt ist – eine im 16. und 17. Jahrhundert geläufige Form der Präsentation.
ASt

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa