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Kapellenkreuz aus dem Baseler Münsterschatz

Ident. Nr.: K 3861

ObjID: obj:889063

Details (expert)

Date(s)
um 1330
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 68 x 40 x 15 cm

Object Description

Das Kapellenkreuz aus dem Basler Münsterschatz zählt zu den bedeutendsten Verlusten, die das Berliner Kunstgewerbemuseum seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu beklagen hat. In seiner reichen Farbigkeit, dem wohlproportionierten Aufbau und dem edlen Ausdruck der Figuren darf es als eines der Hauptwerke gotischer Goldschmiedekunst gelten. Mehrheitlich wird in der jüngeren Forschung seine Entstehung um 1330 am Oberrhein angenommen. Obwohl eine relativ gute fotografische Dokumentation erhalten ist, sind weiterführende stilkritische Aussagen über das verlorene Werk kaum möglich.
Der auf sechs Löwenfiguren ruhende Sockel des Reliquienkreuzes ist an der Zarge mit zweiundzwanzig transluziden Emails mit Heiligenfiguren besetzt. Auf ihm stehen inmitten einer blumenübersäten Wiese aus farbigen Schmelzen zuseiten einer gotischen Kapelle zwei Engel. Sie präsentieren in Kristallzylindern die wohl 1834 in das Kloster Mariastein überführrten Reliquien. Über der Kapellenarchitektur erhebt sich ein Lilienkreuz mit einer rundplastisch gearbeiteten Kreuzigungsgruppe von grosser Ausdruckskraft. Am Querbalken erscheinen zwei Engel in Halbfigur, Symbole von Mond und Sonne haltend. LL

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa