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Anhänger in Buchform

Ident. Nr.: F 4235

ObjID: obj:889567

Details (expert)

Date(s)
Anfang 16. Jahrhundert
Material / Technique
Silber, teilweise vergoldet, graviert
Dimensions
Objektmaß: 2,7 x 2,5 x 0,7 cm (Höhe mit den angelöteten Ösen 3,5 cm)

Object Description

Die zwei Ösen an der oberen und unteren Zarge machen es wahrscheinlich, dass das silberne Anhängerbüchlein ursprünglich als Einhänger für einen Rosenkranz vorgesehen war. Die beiden ornamentierten Buchdeckel sowie die seitlichen Rahmen sind vergoldet. Im Inneren des kleinen Buchkastens befinden sich sechs beweglich montierte Seiten aus Silberblech. Diese zeigen elf gravierte Darstellungen von Heiligen aus der Reihe der Vierzehn Nothelfer (die hll. Christophorus, Katharina, Barbara, Erasmus, Dionysius, Vitus, Aegidius, Blasius, Margaretha, Eustachius und Georg) sowie eine Abbildung der Gregorsmesse. An den Innenseiten der Buchdeckel erscheinen die Muttergottes (vorn) und die hl. Anna selbdritt (hinten). Die Vergoldung betont hier den höhren Rang dieser beiden Darstellungen gegenüber den silbernen Heiligenfiguren auf den Innenseiten. LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa