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Anhänger in Buchform

Ident. Nr.: F 4235

ObjID: obj:889567

Details (expert)

Date(s)
Anfang 16. Jahrhundert
Material / Technique
Silber, teilweise vergoldet, graviert
Dimensions
Objektmaß: 2,7 x 2,5 x 0,7 cm (Höhe mit den angelöteten Ösen 3,5 cm)

Object Description

Die zwei Ösen an der oberen und unteren Zarge machen es wahrscheinlich, dass das silberne Anhängerbüchlein ursprünglich als Einhänger für einen Rosenkranz vorgesehen war. Die beiden ornamentierten Buchdeckel sowie die seitlichen Rahmen sind vergoldet. Im Inneren des kleinen Buchkastens befinden sich sechs beweglich montierte Seiten aus Silberblech. Diese zeigen elf gravierte Darstellungen von Heiligen aus der Reihe der Vierzehn Nothelfer (die hll. Christophorus, Katharina, Barbara, Erasmus, Dionysius, Vitus, Aegidius, Blasius, Margaretha, Eustachius und Georg) sowie eine Abbildung der Gregorsmesse. An den Innenseiten der Buchdeckel erscheinen die Muttergottes (vorn) und die hl. Anna selbdritt (hinten). Die Vergoldung betont hier den höhren Rang dieser beiden Darstellungen gegenüber den silbernen Heiligenfiguren auf den Innenseiten. LL

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR