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Pokal auf Glockenfuß

Ident. Nr.: O-1990,43

ObjID: obj:890240

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Zechliner Glashütte (1737–1890),
Glashütte
Date(s)
um 1740
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Zechlinerhütte
Dimensions
Höhe: 29,8 cm
Durchmesser: 14,3 cm (Fuß)
Durchmesser: 13,2 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,6 cm

Object Description

Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas mit Manganstich, Abriss am Boden, der Glockenfuß ist mit zwei übereinander liegenden Friesen aus hochgeschnittenen Rundbögen verziert. Der angesetzte, massive Schaft ist aus einem strahlenfacettierten, gekehlten Nodus und zwei gedrückten Kugelbalustern komponiert, die jeweils wabenfacettiert sind. Die auf einer Ringscheibe angesetzte, becherförmige Kuppa wiederholt am Ansatz den Rundbogendekor vom Fuß, den verwärmten Mündungsrand ziert ein geblänkter Perlfries. In der Literatur ist kein Pendant publiziert, sowohl der Glockenfuß als auch die Schaftform sind eher ungewöhnlich für ein Glas aus Brandenburg. Der stilistische Vergleich einzelner Dekorelemente – insbesondere Strahlenfacettierung, Rundbögen und Perlfries – macht aber eine Zechliner Provenienz um 1740 wahrscheinlich (vgl. Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 72, 85; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Abb. 47, S. 102, Taf. 34.2, 37.2+6). Das große Format sowie die starke Wandung sprechen dafür, dass dieser Pokal ursprünglich eine geschnittene Zutat auf der Wandung aufnehmen sollte, etwa ein Monogramm, Wappen oder Bildnis. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa