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Tauflöffel mit Mondsichelmadonna

Ident. Nr.: 1898,29

ObjID: obj:890348

Details (expert)

Date(s)
Ende 15. Jahrhundert
Dimensions
Länge x Breite: 15,5 x 6,3 cm
Gewicht: 68,6 g

Object Description

Dem Achatgriff des Löffels ist die kleine Figur einer Maria auf der Mondsichel appliziert. Die Laffe umläuft an der Innenseite ein graviertes Schriftband mit folgendem Text: "slangen blot is bose slimmer noch sint tungen de vergiftiget sin". In der Mitte der Laffe erscheint eine schönlinig gravierte Rose, darüber die Inschrift "Jhesus".
Die Rose könnte sowohl ein heraldischer Verweis auf die Familie als auch ein Zeichen für das weibliche Geschlecht des mit diesem Löffel beschenkten Täuflings sein. LL

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa