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Schnelle mit alttestamentarlichen Szenen zu Samson

Ident. Nr.: K 1379

ObjID: obj:890946

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Franz Trac (-1579),
Hersteller*in
Date(s)
Ausführung: um 1568/70
Geographical references
Entstehungsort: Siegburg
Material / Technique
Steinzeug, salzglasiert, Zinn
Dimensions
Höhe: 25 cm
Tiefe: 10 cm

Object Description

Die sog. Schnelle, ein hoher, schlanker, zylindrischer Krug mit C-förmigem Henkel und montiertem Zinndeckel, ist eine für die rheinischen Steinzeuge typische Krugform. Der helle, graue Steinzeugscherben ist nur salzglasiert und wirkt durch den feinen Reliefdekor. In drei reliefierten Längsstreifen sind zentral jeweils ein gerahmtes Bildfeld mit figürlicher Szene und unten ein von zwei Jungen gehaltenes Inschriftschild mit Erläuterungen zur Darstellung eingebracht. Im oberen Bereich eine feine Groteskenornamentik. Dargestellt sind alttestamentarliche Szenen aus dem Buch der Richter zur Samson-Geschichte: Das Opfer seines Vaters Manoah mit dem Engel ("Manoah Judic 13"); Samson, den Löwen besiegend ("Samson bricht den Leve"); der im Schoß der Dalila schlafende Samson, die ihm betrügerisch das Haar abschneidet und ihm damit das Geheimnis seiner Stärke nimmt ("Delila bedregt Samson"). Das jeweils unter den Schilden, in unterschiedlicher Schreibweise zu findende Monogramm "F.T." wird dem Siegburger Töpfer Franz Trac zugeordnet. Er schuf im Stil der Renaissance Patrizen für die Reliefdekore der Siegburger Steinzeuge. // ClKa

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa