Logo

Biedermeierkleid mit Schultertuch

Ident. Nr.: 2003,KR 247 a,b

ObjID: obj:892176

Details (expert)

Date(s)
um 1837
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Material / Technique
Dimensions
Länge: Kleid VL./RL. 134 cm
Länge: Schultertuch 70 cm
Breite: Schultertuch 80 cm

Object Description

Das fußlange sommerliche Kleid hat eine enge Taille und einen schulterbreiten Ausschnitt, der von einem aufgesetzten Zierband mit Rüsche betont wird, das zur Taille hin spitz zuläuft. Das Oberteil ist sehr schmal geschnitten, in der geraden Taille setzt der ringsum in kleine Falten geriehenen Rock an. Das Kleid wird im Rücken mit Haken und Ösen sowie Taillenbänder geschlossen. Die Taille wurde nachträglich verlängert Die langen Ärmel zeigen die für die Jahre 1837 bis 1840 typische Form der anliegenden Oberärmel, die ab dem Ellbogen weiter werden und in einem schmalen Bündchen enden.
Das Schultertuch ist im Rücken und an den Seiten spitz zulaufend und hat umlaufenden Falten- und Kordelbiesen. Es ist mit feinem Wollstoff abgefüttert.
Dem sommerlichen Charakter entspricht das zarte Druckmuster, gebildet aus zarten Längsstreifen mit grazilem arabeskem Rankenwerk und Streifen aus ineinander greifenden Pagodenformen in Gelb und Rot.ChrW

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa