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Triumph des Titus

Ident. Nr.: K 5053

ObjID: obj:892254

Details (expert)

Creator/Entity
Jean de Court,
Emailleur
Date(s)
um 1600
Material / Technique
Kupfer, Email, Blattsilber, Vergoldung
Dimensions
Breite: 54 cm

Object Description

Die große, allseits mit Emailmalerei bedeckte Schale zeigt an der Fahne reiches Grotesken-Ornament und im Spiegel die Darstellung einer antiken Triumphfeier. Im Mittelgrund führt ein Zug von Kriegern erbeutete Feldzeichen und Rüstungen sowie – auf einem Podest präsentiert – eine kauernde Frau und einen gefesselten Krieger unter einem Palmbaum mit sich. Im Vordergrund erscheinen weitere Gruppen antikisch gewandeter Krieger. Vor einer Palastarchitektur am rechten Bildrand hält eine Personifikation der Roma einen Lorbeerkranz in die Höhe. Im Mittelpunkt der Darstellung steht der Triumphator mit Flügelhelm und Feldzeichen in heroischer Nacktheit auf am Boden liegenden Schilden. Während er seine Rechte beschützend über das Haupt eines neben ihm knienden Jünglings hält, tritt von der Seite eine junge Frau an ihn heran und ergreift behutsam seinen Arm.
Mehrere Schichten Emailfarbe modellieren das helle, weichlich wirkende Inkarnat der Hauptfigur mit ihren unruhig schwellenden Körperpartien. Der androgyne Gesichtstyp betont die Jugend des Helden. Die Emailmalerei folgt einem Kupferstich mit der Darstellung des Triumphs des Titus von Marcantonio Raimondi (um 1480–1527/34). Der spätere römische Kaiser Titus (reg. 79–81) hatte im Jüdischen Krieg (66–70) als junger Feldherr wesentlich zum Sieg Roms über Judäa beigetragen. Bald darauf wurden Sesterzen geprägt, deren Revers IVDAEA CAPTA („Judäa eingenommen“) mit der trauernden Personifikation Judäas unter einem Palmbaum zum unmittelbaren Vorbild für die Darstellung der Trophäe auf dem Stich Raimondis wurde.
Die zu einer Gruppe eng verwandter Arbeiten zählende ovale Schale trägt an ihrer Unterseite das Monogramm IC, mit dem ein am Ende des 16. bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts tätiges Mitglied der seit 1555 in Limoges nachweisbaren Emailmalerfamilie Court sein Werk signiert hat. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Flache Schale aus Glas, das zwischen zwei farblosen Schichten eine Schicht opakblauer, opakroter und milchblauer Glaskrösel einschließt, der angeschmolzene Hohlfuß aus farblosem Glas, dessen Fußrand ist breit nach unten umgeschlagen, kräftiger Abriss, die Schalenfahne ist abgeflacht und der Mündungsrand verwärmt. Lediglich am Rand sind noch vereinzelt Reste einer ehemals vorhandenen Vergoldung erkennbar. Die Fußschale ist ein seltenes Beispiel der frühen Luxusglasproduktion in Brandenburg. Das Grüne Gewölbe in Dresden verwahrt einen Pokal aus der gleichen Glasmasse mit einer eingeschmolzenen Schicht aus farbigen Kröseln (Inv. Nr. IV 206; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 7, 8; Taf. 1.1+3). Er ist mit der Jahreszahl 1602 versehen und ermöglicht so eine präzise Datierung auch der Schale. Robert Schmidt erwähnt in seinem Standardwerk "Brandenburgische Gläser" von 1914: "Solche marmorierte Schalen haben sich nun in mehreren Exemplaren erhalten, und zwar ein unbemaltes im Berliner Kunstgewerbemuseum, und zwei bemalte, ebenda (Tafel 1 Mitte) und im Fürstlich Hohenzollernschen Museum zu Sigmaringen." Letztere gelangte später in die Sammlung des Museums für Kunsthandwerk in Frankfurt a. M. (Ohm, Europäisches und außereuropäisches Glas, 1989, Kat. 342, S. 152). Ein weiteres Pendant soll sich – so Schmidt – in der Sammlung Minutoli befunden haben und aus der Berliner Schlosskellerei stammen (ebenda, S. 8). Tatsächlich ist diese identisch mit der hier beschriebenen Schale. Das Kunstgewerbemuseum bekam sie 1873 überwiesen, nachdem sie das Königliche Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten 1869 erworben hatte. Schmidt bildete die bemalte Berliner Schale ab (Inv.-Nr. 1893,65; Kriegsverlust; ebenda 1914, S. 7, 8; Taf. 1.2). Im Zentrum trug sie das brandenburgische Wappen mit preußischem Herzschild "in Gold und kalten Lackfarben", so der Begleittext. Gut erkennbar auf der Schwarz-Weiß-Abbildung ist der Randfries aus "Ovalfeldern mit goldenen Blüten auf abwechselnd rotem und grünem Grund". Da die hier beschriebene Schale eine abweichende Anordnung der Krösel aufweist, muss sie die von Schmidt als "unbemaltes" Exemplar bezeichnete sein. Da die zarten Spuren der Vergoldung am Schalenrand lediglich bei genauem Hinsehen erkennbar sind, hat er sie übersehen. Bereits der Inventareintrag der Minutoli-Schale erwähnt keine Veredelung – deren Verlust datiert demnach bereits vor 1869. Das Verfahren der eingeschmolzenen Krösel, das zu der attraktiven Marmorierung führt, wurde von Muraneser Glashütten entwickelt. Ebenfalls die Schalenform ist mit und ohne Kaltbemalung und Vergoldung seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts für venezianische Gläser dokumentiert (Theuerkauff-Liederwald, Venezianisches Glas, 1994, Kat. 42–45, 52, 62). Verantwortlich für diese raffinierten Techniken in Grimnitz waren Glasmacher aus dem böhmischen Kreibitz unter der Leitung von Martin Friedrich (Mock, Glashütten Grimnitz, 2021; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 1–8). Ein Verzeichnis der Glashütte vom 5. Juni 1602 listet unter zahlreichen anderen exklusiven Waren "27 gemarmoliertte schalenn" (Schmidt, S. 5). [Manuela Krüger/Verena Wasmuth]MAKR