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Kruzifix

Ident. Nr.: K 4180

ObjID: obj:893768

Details (expert)

Date(s)
1170/80
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 32,9 x 19,2 x 13,7 cm (Gesamtmaße Fuß mit aufgestecktem Kreuz)

Object Description

Das Kreuz zeigt an der Vorderseite die gegossene Figur des Gekreuzigten im Viernageltypus über einem Suppedaneum. An der Rückseite ist es durch ein Rautenmuster mit Vierpassrosetten in Grubenschmelz verziert, welcher insbesondere am senkrechten Kreuzbalken weitgehend in Verlust geraten ist. In der Kreuzvierung der Rückseite erscheint in einem Medaillon ein Brustbild Christi mit der Umschrift MAGESTAS, an den Enden des senkrechten Kreuzbalkens sind, ebenfalls in Medaillons, Ecclesia und Synagoge, an denen des waagerechten Abraham und Melchisedech dargestellt.
Der ursprünglich zugehörige, gedrückt halbkugelförmige Kreuzfuß zeigt in Grubenschmelz in fünf Medaillons nimbierte Brustbilder der Caritas (Nächstenliebe) und der vier Kardinaltugenden Fortitudo (Tapferkeit), Temperantia (Mäßigung), Justitia (Gerechtigkeit) und Prudentia (Weisheit) mit umlaufenden erläuternden Inschriften. LL

Last updated: 29.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa