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Bildnis Gustav Adolf von Schweden

Ident. Nr.: K 9240

ObjID: obj:894298

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Servaes Kock (ca. 1577- 1639)
Willem Jacobsz Delff (1580 - 1638)
Date(s)
1632
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Niederlande
Material / Technique
Leder, gepresst, versilbert, graviert, Goldlack, gemalt
Dimensions
Höhe x Breite: 38,5 x 30,5 cm
Höhe x Breite: 53 x 45 cm mit dem ursprünglichen Rahmen

Object Description

Eine der seltenen signierten und datierten Lederarbeiten. ("Servatius Cocus fecit 1632") Das Portrait wurde offenbar dem Gedenken des Schwedenkönigs gewidmet. Lorbeerkranz und -zweig verweisen ebenso auf Ruhm und Ehre des 1632 Gefallenen, wie ihn die Inschriften als "Restaurator Libertatis Germanica" preisen. Das Rahmenwerk um das Oval des Bildes ist in den typischen Ornamentformen des frühen 17. Jahrhunderts gehalten. Dem weichen Knorpelwerk sind Teile des schwedischen Wappens und Embleme für Krieg und Frieden einbezogen. Dieses Bildnis des Königs geht auf einen Kupferstich Willem Jacobsz van Delft zurück, in Leder wurde es von Servatius Kock ausgeführt, der als Kupferstecher in Leiden, später auch in Kopenhagen tätig war. Die nachträgliche sehr feine grafische Überarbeitung des gepreßten Bildes läßt die Handschrift des Stechers und Graveurs erkennen. Neben dem Berliner Bild sind weitere Exemplare in Mainz, Homburg, Stockholm, Göteborg und Gripsholm erhalten, die sich lediglich durch ihre farblichen Fassungen unterscheiden. Hier wurde das Gesicht naturalistisch mit Tempera und Öllasuren gemalt, während sich die umgebenden Partien - Gewand, Hintergrund und Rahmung - durch einen satten Goldton des gefärbten Lackes über der Silberschicht auszeichnen.
Die Vervielfältigung dieses Bildnisses aus Leder - ehemals gewiss in noch größerer Anzahl vorhanden - ist der Popularität des verehrungswürdigen Herrschers und Feldherrn zuzuschreiben. Es wäre denkbar, dass das leichte und somit gut zu transportierende "Gemälde" besonders geeignet war, um auf den weiteren Unternehmungen des protestantischen Heeres mitgeführt zu werden.
E. Mühlbächer, Europäische Lederarbeiten, Berlin 1988, Kat. Nr. 77
MAKR

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa