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Prunkkabinett mit Uhr

Ident. Nr.: K 2781 a

ObjID: obj:894791

Details (expert)

Date(s)
1700/1705
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 74 x 63,5 x 32 cm

Object Description

Das kleine Kabinett besitzt einen ausgesprochen differenzierten architektonischen Aufbau, der die Eigenschaften eines kleinteiligen Sammlermöbels mit denen einer figürlich reich verzierten Tischuhr verbindet. Im Sockel sind zwei flache Schubkästen versteckt, die einen Toilettenspiegel und eine Sammlung kleiner silberner vergoldeter Gerätschaften bergen: darunter ein Kerzenleuchter, ein Fernrohr, ein Notizbuch, ein Blasebalg, zwei Glasflakons und zwei Onyxschalen. Das gesamte Gehäuse ist mit Schildpatt überzogen und von teils vergoldetem Silberschmuck, darunter feinste geprägte Silberfolien bedeckt. In einen Fond aus wuchernden Ranken und Blüten sind Plaketten und Figuren eingebettet, die sich vor allem der Liebe widmen. Das Thema ist auch in den Gemälden aufgegriffen, die zwei Szenen aus der Geschichte von Pyramus und Thisbe darstellen. In diesem Kabinettstück kulminiert eine lange Tradition Augsburger Kabinett- und Silberschmiedekunst: dem Besitzer eröffnet sich ein Mikrokosmos aus Preziosen und kunstvoller Technik - reiche Beschäftigung für einen humanistisch geschulten Geist. ASt

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa