Logo

Becher mit mecklenburgischem Wappen

Ident. Nr.: O-1982,93

ObjID: obj:894953

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Date(s)
Ausführung: 1715
Geographical references
Dimensions
Höhe: 17,6 cm
Durchmesser: 10,4 cm (Fuß)
Durchmesser: 14,1 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,6 cm

Object Description

Becher aus dickwandigem, farblosem Glas, graustichig, Bodenkugel, der Standrand trägt Vertiefungen im Schälschliff, darüber am Ansatz der Wandung ein Fries aus großen, geblänkten Kugelungen. Die Schauseite der Wandung ist mit einem bekrönten Medaillon in Mattschnitt geschmückt, umlaufend mit der Inschrift: HERTZOG ZU MECKLENBURG V. G. G. ADOLPH FRIDERICH; darin das siebenfeldrige Wappen Mecklenburgs, beidseitig gehalten von einem stehenden Stier und einem stehenden Greifen, darunter die Jahreszahl "1715". Die Gegenseite trägt einen großen mattierten Kreis mit zahlreichen großen, polierten Kugelungen, die in der Durchsicht interessante optische Reflexe erlauben, den beiden dazwischen liegenden Seiten sind einfache Ranken eingeschnitten. Der verwärmte Mündungsrand ist mit liegenden Oliven dekoriert. Der geblänkte Kugelschliff ist charakteristisch für die Potsdamer Glashütte. Der stilistische Vergleich macht eine Verortung nach Böhmen ebenso wahrscheinlich, doch spricht die Abbildung des mecklenburgischen Wappens eher für eine norddeutsche Herkunft dieses Vivatglases auf Adolf Friedrich III. Mecklenburg [-Strelitz] (1686–1752). Weder die Provenienz noch das anlassstiftende Ereignis im Jahr 1715 lassen sich vorbehaltslos ausmachen. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa