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Apothekenkanne mit Schriftband und Aufschrift

Ident. Nr.: W-1986,85

ObjID: obj:895747

Details (expert)

Date(s)
um 1580
Material / Technique
Majolika mit Inglasurmalerei
Dimensions
Höhe: 29,2 cm

Object Description

"Kugeliger Leib mit breitem Hals, der Henkel aus zwei Rundstäben geformt und am unteren Ansatz mit plastischen Spiralen besetzt, die Tülle (ergänzt) von einem gemalten Blattkranz umgeben. Die helle, grauweiße, leicht bläulich getönte Oberfläche ist übersponnen von blauen Ranken mit gelappten blauweißen Blättern und spiraligen Trieben. Vorne ein breites Schriftband mit der Aufschrift AQ. DI. SCORZANERA.
'Aqua di scorzanera' wäre zu übersetzen mit 'Wasser von schwarzer Rinde'. Gemeint ist aber wohl die Pflanzengattung Scorzonere (= Haferwurz), mit den Arten Schlangengras und Schwarzwurzel.
Gefäße dieser Art gelten als faentinisch. Charakteristisch zumal die Gestaltung der Enden des Schriftbandes, mit dem Harken-Motiv. Eine ganz gleiche Kanne befindet sich im Ospedale di San Martino zu Genua. Sehr ähnlich auch eine Zweihenkelkanne, die in Monte San Savino ausgestellt war. - Stücke mit verwandtem blau-weißem Blattrankendekor werden jedoch meist nach Venedig lokalisiert."
in: Tjark Hausmann: Majolika und Fayence. Vermächtnis Rolf Lahr (= Kataloge des Kunstgewerbemuseums XI), S. 59, Kat. Nr. 45

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa