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Vierpass-Scheibe mit Nürnberger Wappen (Adlerjungfrau) und Jagdszenen

Ident. Nr.: 1907,162

ObjID: obj:896052

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Veit Hirschvogel (der Ältere) (1461–1525),
Glasmaler*in
Entwurf: Hans Suess von Kulmbach (ca. 1480 - 1522),
Maler*in
Date(s)
um 1508
Dimensions
Durchmesser: 32,5 cm

Object Description

Die Rundscheibe besteht aus einem Wappenschild in der Mitte, vier an diesen anschließenden Passfeldern, kleinen Zwickeln zwischen ihnen und einem umlaufenden, von den Passfeldern überschnittenen Rand. Der gekrönte Jungfrauenadler auf dem Wappenschild in Gelb auf Blau, ist durch ein 1220 benutztes Siegel als großes Wappen der Stadt Nürnberg belegt. Die vier Passfelder (oben beginnend und im Uhrzeigersinn nummeriert) zeigen zwei Jagdszenen, die beide im Wald stattfinden: auf Feld 1 die Bärenjagd, auf den Feldern 2 bis 4 die zusammenhängenden Darstellungen der Treibjagd auf einen Hirsch. Auf Feld 1 ist der links stehende Jäger in die Knie gegangen, um die Wucht des von rechts gegen seinen Spieß anlaufenden Bären aufzufangen. Die Treibjagd besteht in Feld 2 aus dem von rechts nach links laufenden Leitjäger, der einen Jagdspieß geschultert hat, von seinem Leithund begleitet wird und in ein Hifthorn stößt, wohl bezogen auf den Hirsch in Feld 4, den er verfolgt und der gerade in einen von Netzen umgrenzten Bereich läuft, verfolgt auch von drei Hetzhunden in Feld 3. Die Szenen zeigen die hohe Jagd, die entsprechend dem Jagdregal
den Adeligen vorbehalten war; der Jagdberechtigte ist in Feld 1 dargestellt.
Die überwiegend aus weißen Gläsern bestehende Scheibe, vermehrt um rote und blaue Scherben mit Ausschliff, lebt vor allem vom virtuosen Umgang mit variiertem Silbergelb sowie unterschiedlichen Braun- und Schwarzloten. Helle Stellen bedeuten Höhungen der Objekte im Licht, gewischte Lote und Schraffuren schaffen Plastizität. Dabei zeugt der Einsatz der negativen wie positiven Mittel, die insgesamt zeichnerisch eingesetzt sind, von sicherem Umgang und überzeugender Umsetzung des Risses.
Die Scheibe wird auf einen Riss zurückgeführt, der Hans von Kulmbach zugeschrieben und kontrovers um 1508 bzw. um 1518 datiert wird. Der Riss geht seinerseits weitgehend auf einen Stich des Hausbuchmeisters (L. 67) zurück bzw. auf eine sehr wahrscheinlich danach ausgeführte, aber nicht erhaltene Scheibe. Die Ausführung erfolgte wahrscheinlich in der Nürnberger Hirsvogel-Werkstatt. Die Passfelder folgen in ihren Kompositionen offensichtlich dem genannten Riss, wobei als deutliche Veränderungen die weißen Ränder auf der Scheibe und die dort fehlenden bzw. hinterfangenen Darstellungen des Risses auffallen.
Für eine Datierung in die Zeit um 1508 wie für die Ausführung dieser und der zugehörigen Scheiben (Inv. Nr. 1907,163-165) in der Hirsvogel-Werkstatt spricht die Nähe zu der 1508 datierten Scheibe mit Turnierszenen nach Entwurf des Hans von Kulmbach in The Walters Art Museum Baltimore (Acc. 46.76).
CVMA 98708

Last updated: 30.07.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Es handelt sich um ein Vasenpaar (vgl. Inv. Nr. Hz 1073 a,b). "Achtseitige Balusterform mit abgesetzter Schulter, über der Fußplatte spindelförmig eng eingezogen. Der geschwungene Deckel mit profiliertem Knauf. Auf dem gesamten Körper, ausgespart aus blauem Grund, dichtes Blüten- und Blattwerk getrennt durch gliedernde horizontale Behänge. Auf den Seiten, in langgezogenen Reserven, ostasiatische Sumpflandschaft mit Blüten, Schilf und Vögeln. Der Lochfelsen hat sich zu einer Blattpalmette mit korbgeflechtähnlicher Füllung gewandelt. Auf der Schulter acht, auf dem Deckel vier kleine Vierpaßreserven mit Mittelblüte. Auf dem Fuß eine Borte aus Doppelspirale und geripptem breiten Blatt." (Christiane Keisch, in: Kat. Berlin 2001: "Herrliche Künste und Manufacturen", Kat. Nr. 104)Wie die Autorin weiter ausführt, wiederholt der Dekor Motiv und Schema der Tischplatte (KGM Inv. Nr. 1913,37), das geradezu als künstlerisches Firmenschild der späten Funcke-Produktion um 1725 gelten kann. Charakteristika sind die Reservenmalerei mit verschiedenen Vogelmotiven. Dass der von chinesisch-delfter Vorbildern abgeleitete Lochfelsen hier zu einem Korbmotiv mutiert, lässt die freiere Malerei der Funcke-Werkstatt (im Vergleich etwa zur Wolbeer'schen) erkennen.Keine Marke.Lit.: Keisch, Christiane, Netzer, Susanne, 'Herrliche Künste und Manufacturen'. Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720 (Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum SMB 6.5.-5.8.2001), Berlin 2001, Kat.nr. 104ClKa

Bildnisbüste der Kronprinzessin Luise von Preußen

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Rote Kasel mit den Wappen des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg (1490-1545)

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