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Römer für Christian Peter Wilhelm Beuth

Ident. Nr.: O-1976,233

ObjID: obj:896143

Details (expert)

Involved
Ausführung: Glashütte Gebrüder Schrader, Gernheim,
Hersteller*in
Ausführung: Johann George Hossauer (5.10.1794 - 14.1.1874),
Goldschmied*in
Dating
um 1830
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 25,5 x 10,5 cm (Fuß)

Object Description

Der mit geschnittenem Weinlaubdekor und der Inschrift "Viel Wunder im Weinglas" dekorierte Römer stammt aus der Sammlung des Begründers des Preußischen Gewerbeinstituts Christian Peter Wilhelm Beuth. In dessen Besitz war das vermutlich in der westfälischen Glashütte der Gebrüder Schrader in Gernheim gefertigte Glas wohl im Jahr 1830 als Weihnachtsgeschenk gelangt. Darauf bezieht sich vermutlich ein Tagebucheintrag des Berliner Goldschmieds Johann George Hossauer vom 12. Dezember 1830: "Heute ist durch Zufall der Glas Pokal für das Weihnachtsgeschenk des G. R. Beuth gebrochen". Wahrscheinlich bot dieses Mißgeschick den Anlaß zur Anfertigung des silbernen Fußes des Pokals, der Hossauers Meisterzeichen trägt. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR