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Glasfenster

Ident. Nr.: W-1971,60 a,b

ObjID: obj:896269

Details (expert)

Creator/Entity
Cesar Klein (1876 - 1954),
Entwerfer*in
Date(s)
um 1919
Geographical references
Entstehungsort: Berlin
Dimensions
Höhe x Breite: 269 x 87 cm

Object Description

Als César Klein 1919 die beiden Fensterflügel entwarf, war er bereits ein bekannter Künstler. Er vertrat in der dekorativen Kunst den damals als großstädtisch empfundenen expressionistisch kubistischen Stil, eine deutsche Variante des Art Déco. Unter dem Einfluss expressionistischer und kubistischer Stilmittel entstand eine scharfkantige, kristalline Ornamentik mit kontrastierender Farbigkeit. Leuchtende, starke Farben und dynamische Formen wurden als Ausdruck der neuen, modernen Zeit gewertet. Entsprechend zeigten arrivierte Wohnungseinrichtungen, Lichtspielhäuser, Bühnen- und Filmausstattungen diesen Stil.
Die beiden Glasfenster entwarf Klein für die Villa des Kunsthändlers Wolfgang Gurlitt, die an der Potsdamerstrasse in Berlin Tiergarten lag und zu den bedeutenden Beispielen der expressiven Raumkunst nach 1918 zählte. Die Fenster gehörten zur Ausstattung des Teesalons. In einer exotischen Atmosphäre lagern zwischen Palmen, Blüten und Blattwerk Frauenfiguren, umgeben von einem Pfauenpaar, einem Reh und Architekturversatzstücken. Klein verstand es die traditionelle Bleiverglasung mit dem flächigen, expressiven Stil in eine farbsprühenden Raumdekoration zu verwandeln. Der Teesalon war als Spiegelkabinett konzipiert, so dass sich das Farbspiel der Gläser im ganzen Raum wiederholte. Verstärkt wurde die Wirkung abends noch durch künstliches Licht. STh

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa