Logo

Flucht nach Ägypten

Ident. Nr.: F 2459

ObjID: obj:896961

Details (expert)

Date(s)
Anfang 15. Jahrhundert
Dimensions
Objektmaß: 23,5 x 27,4 x 2,7 cm (mit Rahmen)
Bildmaß: 18,6 x 22,4 cm (Glastafel)

Object Description

Die Tafel zeigt Maria mit dem Jesusknaben auf der Flucht vor den Häschern des Herodes. Am rechten Bildrand erscheint Joseph, der Ziehvater Jesu, der sich nach Mutter und Kind auf dem Esel umwendet. Er schultert einen Wanderstab, an dem Korb und Trinkflasche hängen. Alle Figuren sind nimbiert und tragen goldfarbene Gewänder. Der abstrakte Fond der Darstellung zeigt keinerlei erzählerische Details; er ist in eine grüne Bodenzone und einen roten Hintergrund geteilt. Sowohl die Hufe des Esels als auch der Körper des Joseph überschneiden in absichtsvoller Weise den durch schmale Beistriche gegliederten goldenen Randbereich des Gemäldes und suggerieren damit ein Heraustreten der Figuren aus der Bildebene.
Die Darstellung der Flucht nach Ägypten ist Teil eines größeren Zyklus von Hinterglasbildern mit Szenen aus dem Leben Jesu, von welchem neben dem Berliner Werk noch die Tafel mit der Darstellung der Verspottung Christi im Bayerischen Nationalmuseum München und jene mit der Begegnung Christi mit der Samariterin im Metropolitan Museum New York erhalten sind. Vermutlich stammt diese Folge von Hinterglasbildern ursprünglich von einem Altarretabel. Vollständige Beispiele solcher Altarwerke mit Hinterglasbildern sind aus dem 15. Jahrhundert nicht bekannt; das älteste erhaltene Exemplar ist der Theodosia-Altar aus der Mitte des 16. Jahrhunderts im Museum Catharijne Convent in Utrecht. LL

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa