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Schatulle mit Venus als Deckelfigur und Sinnbildern der vier Jahreszeiten

Ident. Nr.: 1909,25

ObjID: obj:897176

Details (expert)

Date(s)
vor 1700
Material / Technique
Silber, getrieben, gegossen, teilvergoldet
Dimensions
Höhe x Breite: 22,5 x 34 cm

Object Description

Auf den vergoldeten Flächen dieser achteckigen, verschließbaren Schatulle erscheint ein reicher, durchbrochener Rankendekor. Fruchtfestons am Sockel und Hermen am Deckel akzentuieren Form und Dekor. Im Zentrum der Seiten befinden sich jeweils plastische Personifikationen einer Jahreszeit, auf der Front die Sitzfigur des Frühlings mit Blumen in den Händen. Als bekrönende Liegefigur ist die Liebesgöttin Venus dargestellt.
Der aufwendige, die Schatulle wie ein Netz überziehende Rankendekor ist charakteristisch für viele Silber- und Goldschmiedearbeiten um die Wende zum 18. Jahrhundert. Danzig war neben Königsberg das bedeutendste Goldschmiedezentrum im Osten. Christian I Pichgel (1652–1700, Meister 1681), der dieses Stück schuf, stammte aus einer Familie von Goldschmieden. SN

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa